Die anstehende Energiewende erfordert neuartige technologische Lösungen. Schließlich führt die Vision eines dezentralen Verbundes von Produzenten erneuerbarer Energie zu dem Problem ihrer Koordination. Die Blockchain-Technologie scheint wie prädestiniert für derartige Aufgaben. Folglich ist es kaum verwunderlich, dass das New Yorker Start-Up LO3 Energy an einer blockchainbasierten Lösung für die Energieverteilung arbeitet.

Das Unternehmen entwickelte hierzu eine „transaktionsbasierte Energieplattform“. Dafür erhielt LO3 vom Ölgiganten Shell und der japanischen Sumitomo Corporation nun eine offenbar saftige Finanzspritze. Dies geht aus einer Pressemeldung hervor. Die genaue Höhe des Investments ist unklar.

Kirik Coburn, Investment Director bei Shell Venutres, begründete diesen Schritt mit der Notwendigkeit, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten:

Auf dem Weg in eine weniger karbonisierte Zukunft will Shell in innovative Unternehmen investieren, die den Energiewandel ermöglichen. LO3 Energy passt genau in diesen Bereich.

Namhafte Unternehmen wie Siemens, Braemer Energy Ventures und Centrica hatten zuvor bereits in LO3 investiert.

LO3 CEO betont Notwendigkeit einer Reorganisation des Stromnetzes

LO3 Energy sucht nach Wegen, um dezentrale Energieerzeuger, wie etwa Kleinkraftwerke oder Windräder, in das Stromnetz einzubinden. Lawrence Orsini, CEO von LO3 betonte diesbezüglich das enorme Potenzial von erneuerbarer und dezentralisierter Energie. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sei allerdings eine „Neuerfindung“ unserer Stromnetze von Nöten. Die Investments würden seinem Unternehmen helfen, einen Beitrag zu diesem Prozess zu leisten:

Diese Investitionen werden uns helfen, den Ausbau kohlenstoffarmer Mikronetze zu beschleunigen, die allen Beteiligten helfen, durch verteilte, dezentrale und dekarbonisierte lokale Energietransaktionen Nutzen zu ziehen und ein Energiemanagement auf der Ebene von Einzelgebäuden anzustreben.

Konkret entwickelte LO3 eine blockchainbasierte Energie-App für das Smartphone. Benutzer geben hier ihre Präferenzen über die Nutzung der zur Verfügung stehenden Energieressourcen ab. Sie können somit aussuchen, von welchem Anbieter sie den Strom kaufen möchten.

Der Strom fließt hierbei durch das gewöhnliche Energienetz. Die Blockchain-Plattform kümmert sich hingegen um die Wahl der Energiequelle und die Bezahlung per Smart Contract. Die Verfasser der Pressemeldung erwähnen hierbei eine Menge an möglichen Use Cases, wie etwa „Peer-to-Peer-Energiehandel, Energieabsicherung für Unternehmen, virtuelle Kraftwerke, dynamische Ladung von Elektrofahrzeugen und Nachfragereaktion.“

LO3 ist weltweit etwa an Projekten in den USA, Großbritannien, Kanada und Japan beteiligt. Auch hierzulande wird indessen an den Möglichkeiten der Blockchain für das Stromnetz geforscht. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) erachtete den Einsatz der Blockchain hierbei schon heute als sinnvoll.

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