Wer immer noch Zweifel an Bitcoins Incentivierungsstruktur hat, dem sei angeraten, dieser Tage einen Blick auf die Hash Rate zu werfen. Derart exorbitante Kursanstiege wie man sie in den letzten Wochen beobachten konnte, haben in der Vergangenheit immer wieder den Markteintritt neuer Miner zur Folge gehabt. So überrascht es nicht, dass die sogenannte Hash Rate, also die akkumulierte Rechenkapazität im Bitcoin-Netzwerk ein neues Allzeithoch erreicht hat.

Am gestrigen Dienstag, dem 25. Juni, betrug die gesamte Hash Rate demnach 66 Millionen TH/s. Zum Vergleich: Während des Allzeithochs im Dezember 2017 betrug die Hash Rate im Bitcoin-Netzwerk „nur“ etwa 55 Millionen TH/s. Damit ist die Rechenpower im Netzwerk knapp 20 Prozent höher als während des Allzeithochs – und das bei einem um 35 Prozent geringeren Kurs.

Zum Vergleich: Die Entwicklung der Hash Rate im Bitcoin-Netzwerk ab Januar 2016.

Difficulty Adjustment als Kurstreiber

Beim Difficulty Adjustment, man kann es nicht häufig genug betonen, dürfte es sich um den wohl besten Winkelzug im Design der Kryptowährung Nr. 1 handeln. Denn höhere Kurse incentivieren Miner, neue Geräte ans Netz zu schalten, um so an möglichen Kursgewinnen zu partizipieren. Dies ist ein gängiger Marktmechanismus: Höhere Nachfrage (sprich höhere Kurse) löst eine angebotsseitige Reaktion aus. Bei Rohstoffen wie Gold ist das ähnlich; steigt der Goldpreis, steigern Goldminen in der Regel ihre Bemühungen, das Edelmetall aus der Erdkruste zu schürfen, um so die gesteigerte Nachfrage bedienen zu können.

Dies wiederum erhöht sodann auch den Supply. Man spricht von der sogenannten Preiselastizität des Angebots, also die prozentuale Änderung des Angebots, wenn sich der Preis für ein bestimmtes Gut um ein Prozent ändert. Diese Preiselastizität des Angebots ist bei Bitcoin so gering wie nirgends sonst. Denn aufgrund des Difficulty Adjustment können sich Nachfrageänderungen nur auf den Kurs auswirken. Selbst, wenn plötzlich zehnmal mehr Miner am Markt teilnehmen würden, könnten diese niemals mehr als 12,5 BTC pro zehn Minuten schürfen.

Hash Rate erhöht Bitcoins Sicherheit

Mit jedem Bull Run kommen aus genannten Gründen mehr Miner ins Netzwerk. Aber anstatt die Geldmenge im Bitcoin-Netzwerk zu inflationieren, sorgen sie lediglich für mehr Sicherheit. Mit jedem Terahash Rechenkapazität, das die Miner ins Netzwerk speisen, erhöht sich also die Unveränderlichkeit des Konsens über getätigte Transaktionen. Es handelt sich dementsprechend um eine Art positive Rückkopplungsschleife aus künstlichen, aber funktionstüchtigen Anreizen, die Bitcoins Fortbestehen immer wahrscheinlicher machen.

Mining-Equipment vergriffen

So nimmt es sich auch nicht überraschend aus, dass sich die Berichte über eine erhöhte Nachfrage nach Mining Rigs häufen. Nach Informationen, die dem Szenemedium Coindesk vorliegen, haben große Hardwarehersteller wie Canaan Creative große Schwierigkeiten, dem Bestellvolumen Herr zu werden.

„Die aktuelle Situation der Branche ist, dass die Lagerbestände zurückgegangen sind und die Nachfrage hoch ist“, wird Steven Mosher von Caanan Creative, einem der größten Hersteller für Mining-Equipment zitiert.

Es sieht nach einer Rückkehr zu den Zuständen von 2017 aus, in denen die Nachfrage das Dreifache des Angebots betrug.

Steven Mosher

Um dem stetig wachsenden Bedürfnis nach besseren Produkten gerecht zu werden, bringen Unternehmen wie Bitmain oder Canaan Creative immer effizientere ASICs auf den Markt. So bringt es der neue AvalonMiner von Canaan auf 37 TH/s, bei einem Stromverbrauch von 2.361 Watt pro Stunde.

Bis Oktober ist der neue AvalonMiner gänzlich vergriffen.

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