Indiens Notenbank rudert zurück, New York gibt sich fortschrittlich und in Japan möchte plötzlich jeder eine Krypto-Börse eröffnen. Das Regulierungs-ECHO KW1 führt uns in dieser Woche rund um den Globus.

Indien: Unstet wie eh und je

Jetzt doch nicht? Indiens Zick-Zack-Kurs in Sachen Krypto-Regulierung gerät allmählich aus dem Ruder. Nachdem die Reserve Bank of India (RBI) den Geschäftsbanken zunächst verbot, Unternehmen im Krypto-Bereich Kredite zu gewähren, kündigte sie darauf hin an, eine eigene Kryptowährung herausgeben zu wollen. Nun macht ein Zitat die Runde, wonach es auch damit vorerst nichts wird. Das indische Nachrichtenmagazin Business Line vermeldete den Abbruch des Projekts. Dabei beruft sich das Magazin auf eine namentlich nicht genannte Quelle:

„Die Regierung will die digitale Währung nicht mehr. Sie denkt, dass es zu früh ist, um überhaupt über eine digitale Währung nachzudenken.“

Damit führt Indien seinen inkonsistenten Kurs in Sachen Krypto-Regulierung weiter fort. Bei vergangenen Eingriffen in die marktwirtschaftliche Entwicklung der Blockchain- und Krypto-Branche im Land mussten bereits einige Unternehmen dicht machen. So fielen vor allem Börsen wie Zebpay den restriktiven Auflagen der RBI zum Opfer.

Auch der erste Bitcoin-ATM des Landes stand ganze neun Tage, bevor ihn die Polizei beschlagnahmte.

New York lässt sich nicht abhängen

Dass es auch anders geht, beweist uns New York. Der US-Bundesstaat installiert eine Task Force, die der Regierung bei Fragen in Sachen Krypto-Regulierung beratend zur Seite stehen soll. Ein entsprechendes Gesetz hat Gouverneur Andrew Cuomo bereits letzten Monat unterzeichnet.

Die Task Force besteht Medienberichten zufolge aus Experten in dem Gebiet und soll bis spätestens Ende 2020 eine Empfehlung zu regulatorischen Ansätzen auf den Tisch legen. Diese soll unter anderem eine Antwort dafür liefern, wie New York mit dem energieintensiven Krypto-Mining umgehen soll und welche Rahmenbedingungen für den sicheren Handel mit Kryptowährungen notwendig sind.

Federführend beteiligt an der Verabschiedung des Gesetzes war Clyde Vanel. Der Demokrat und Abgeordnete des New Yorker Parlaments will mit dem neuen Gesetz New Yorks Rolle an der Spitze des Finanzsektors des Landes gerecht werden:

„New York ist führend im Finanzbereich im ganzen Land. Wir werden auch bei der entsprechenden FinTech-Regulierung führend sein. Die Task Force wird uns helfen, das Gleichgewicht zwischen einer robusten Blockchain-Industrie und dem wirtschaftlichen Umfeld herzustellen. Gleichzeitig müssen wir New Yorker Investoren und Verbraucher schützen.“

Clyde Vanel (Mitte)

Japan ertrinkt in Krypto-Börsen

Bekanntermaßen gibt sich Japan auch offen gegenüber Kryptowährungen. Seit geraumer Zeit ist Bitcoin sogar offizielles Zahlungsmittel im Land der aufgehenden Sonne.

Die positive Stimmung scheint der zuständigen Regulierungsbehörde, der Financial Service Agency (FSA), nun aber zum Verhängnis zu werden. Denn nachdem die FSA der Industrie bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen weitestgehend freie Hand gelassen hat, kann sich die Behörde vor Lizenzanträgen kaum noch retten. Bis Ende 2018 waren bei der Behörde 190 Anträge für die Eröffnung einer lizenzierten Krypto-Börse eingegangen. Dies berichtet die Nachrichtenplattform The Crypto Updates mit Verweis auf einen nicht näher genannten Mitarbeiter der FSA.

Die Schwemme dürfte im Zusammenhang mit Meldungen stehen, wonach die Finanzaufsicht Japans die regulatorische Verantwortung an einen Zusammenschluss aus Industrievertretern, der „Japan Virtual Currency Exchange Association“ (JVCEA), abgegeben hatte. BTC-ECHO berichtete.

Der ungewöhnliche Schritt dürfte nun dazu geführt haben, dass unternehmungslustige Japaner Morgenluft wittern und daher reihenweise Lizenzanträge eingereicht haben.