Das neue Zcash Open Development Lab (ZODL) – gegründet vom Team der früheren Electric Coin Company (ECC) – hat sich in einer Finanzierungsrunde mehr als 25 Millionen US-Dollar gesichert. Zu den Geldgebern zählen prominente Krypto-Investoren wie a16z, Paradigm, Winklevoss Capital, Coinbase Ventures, Cypherpunk Technologies sowie Maelstrom (Family Office von Arthur Hayes) und weitere bekannte Namen aus der Szene.
Warum die Finanzierung für Zcash wichtig ist
Die Runde kommt nur wenige Monate nach der Neuaufstellung des ECC-Teams unter neuem Namen. Für ZODL bedeutet das vor allem: mehr finanzieller Spielraum für Wallet- und Protokollarbeit, ohne auf Mittel aus dem Zcash-Dev-Fund angewiesen zu sein. Josh Swihart, der ZODL heute führt und zuvor CEO der Electric Coin Company war, betont, dass es nicht um einen reinen Rebrand gehe. Das Team baue seit rund zehn Jahren an Zcash – und setze nun konsequent auf bessere Nutzerfreundlichkeit, besonders beim Einsatz von “shielded” (abgeschirmten) ZEC-Transaktionen.
Als Aushängeschild nennt ZODL die Wallet Zodl (früher unter dem Namen Zashi bekannt). Laut dem Team habe die Wallet seit dem Start die Nutzung des “shielded pool” um über 400% gesteigert. Außerdem sollen seit Oktober 2025 mehr als 600 Millionen US-Dollar an ZEC-Swaps über das Produkt abgewickelt worden sein. Dazu kamen Integrationen, unter anderem mit Flexa (Bezahlen im Handel), Keystone (Cold Storage) und zuletzt “Intents” auf Basis von NEAR für ZEC-Swaps.
Fokus auf Produkte – und ein Signal der Investoren
Parallel zu Zodl arbeitet das Unternehmen an Zallet, einer Full-Node-Wallet, die als Grundlage für neue Desktop-Software dienen soll. Langfristig spricht ZODL von dem Ziel, ein privates, dezentrales Finanzsystem als Alternative zu klassischen Institutionen aufzubauen. Gleichzeitig stellt das Unternehmen klar, dass auch Protokollentwicklung ein Kernbereich bleibt – allerdings stärker gekoppelt an praktische Nutzbarkeit und “Product-Market-Fit”, statt Upgrades nur um der Technik willen zu liefern.
Zcash-Gründer Zooko Wilcox wertet die Runde als ungewöhnlich starkes Signal: 25 Millionen Dollar für ein Wallet-Unternehmen seien bemerkenswert. Entscheidend sei auch, was die Investoren laut ihm nicht bekommen: kein neuer Token und keine Kontrolle über das Zcash-Protokoll. ZEC habe eine feste Obergrenze von 21 Millionen – ähnlich wie Bitcoin – und das Netzwerk sei permissionless und Open Source.
Wilcox deutet an, dass Investoren die Wallet zwar als potenziell monetarisierbares Produkt sehen könnten, der größere Hebel aber möglicherweise in der Wette auf breitere ZEC-Adoption liegt. Als Beispiel nennt er Cypherpunk Technologies, das laut öffentlichen Angaben bereits über mehr als 1% des späteren ZEC-Gesamtangebots halten soll. Sein Fazit: Diese Investoren setzten darauf, dass Zcash selbst künftig eine zentrale Rolle spielen könnte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der ZEC-Kurs bei 221,95 US-Dollar.