In den USA könnte die geplante „Strategic Bitcoin Reserve“ bald nicht nur per Präsidenten-Erlass existieren, sondern auch gesetzlich abgesichert werden. Laut Patrick Witt, dem Geschäftsführer des Präsidentenrats für digitale Vermögenswerte, gibt es dafür bereits „etwas parteiübergreifende Unterstützung“ im Kongress – auch wenn die Abstimmung womöglich erst in einer späteren Legislaturperiode realistisch ist.
Was Trump per Erlass beschlossen hat
Präsident Donald Trump unterzeichnete am 6. März 2025 eine Executive Order zur Schaffung einer US-Strategiereserve für Bitcoin. Darin wurde das Finanzministerium (Treasury) angewiesen, eine zuständige Stelle aufzubauen, die Reserve zu verwalten und sie zunächst mit bereits beschlagnahmten Bitcoin zu bestücken, die der Staat schon besitzt.
Ein zentraler Punkt: Die in der Reserve liegenden BTC sollen nicht verkauft werden. Zusätzlich erhielten Treasury und Handelsministerium (Commerce) den Auftrag, „budgetneutrale“ Wege zu prüfen, um weitere Bitcoin zu erwerben – also ohne zusätzliche Belastung für Steuerzahler.
Fristen sind abgelaufen – aber die Größe bleibt geheim
Der Erlass setzte konkrete Zeitpläne: Behörden sollten innerhalb von 30 Tagen prüfen, ob sie staatliche BTC in die Reserve übertragen können, und ihre Digital-Assets vollständig erfassen. Das Treasury sollte anschließend innerhalb von 60 Tagen eine rechtliche und strategische Bewertung vorlegen, inklusive der Frage, ob weitere Gesetze nötig sind.
Laut einem Update der zuständigen Arbeitsgruppe vom 30. Juli 2025 hat das Treasury diese Analysen bereits an das Weiße Haus geliefert und arbeitet weiter an „angemessenen nächsten Schritten“, um die Reserve praktisch umzusetzen. Gleichzeitig bleibt ein entscheidender Punkt offen: Es handelt sich um interne Berichte. Die Regierung hat bislang nicht öffentlich gemacht, wie viele Bitcoin tatsächlich in der Strategic Bitcoin Reserve liegen. Die Reserve gilt zwar als politische Realität – ihre bestätigte Größe ist jedoch weiterhin unbekannt.
Gesetz statt Erlass: So könnte es weitergehen
Genau hier setzt Witt an: Er spricht von einem politischen Vorstoß, die Reserve per Gesetz zu „kodifizieren“ – also so zu verankern, dass sie nicht nur von einer Regierung per Erlass geschaffen und von der nächsten leicht wieder geändert werden kann.
Witt deutete an, dass entsprechende Gesetzesinitiativen möglicherweise nicht mehr in der aktuellen Kongressperiode verabschiedet werden. Es gebe aber parteiübergreifende Unterstützung, sodass die Vorarbeit im nächsten Kongress fortgesetzt werden könne. Denkbar sei auch, die Regelung an ein „Must-pass“-Gesetz zu koppeln – etwa an ein großes, sicherheitsrelevantes Paket wie den NDAA.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei 69.894 US-Dollar.
