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Trotz Bitcoin-Crash: Spot-ETFs drehen fast ins Plus (YTD)

Trotz Bitcoin-Crash: Spot-ETFs drehen fast ins Plus (YTD)

Trotz eines kräftigen Kursrückgangs von rund 40 Prozent in den vergangenen sechs Monaten zeigen die US-Spot-Bitcoin-ETFs erstaunliche Widerstandskraft: Die Produkte sind kurz davor, ihre Abflüsse seit Jahresbeginn nahezu komplett auszugleichen. Das fällt auf, weil sich Anleger in anderen Anlageklassen bei vergleichbaren Einbrüchen historisch oft deutlich schneller zurückziehen.

Bitcoin-ETFs holen starke Zuflüsse auf – YTD-Minus fast weg

Wie Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas unter Berufung auf aktuelle Daten erklärt, haben sich die Kapitalflüsse in den vergangenen Wochen deutlich ins Positive gedreht. Insgesamt liegen die US-Spot-Bitcoin-ETFs zwar noch bei etwa -140 Millionen US-Dollar seit Jahresbeginn (Year-to-Date), doch das Loch wird schnell kleiner.

Allein in den letzten 30 Tagen flossen laut den Zahlen rund 2,59 Milliarden US-Dollar in die Produkte. Das deutet darauf hin, dass viele Investoren die Kurskorrektur nicht als Abschreckung sehen, sondern eher als Gelegenheit – oder zumindest bereit sind, investiert zu bleiben.

BlackRocks IBIT treibt die Erholung – andere Anbieter teils noch im Minus

Der wichtigste Treiber der aktuellen Erholung ist BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT). Der Fonds kommt bereits auf +1,32 Milliarden US-Dollar Nettozuflüsse seit Jahresbeginn und gehört damit laut Balchunas zu den Top-ETFs nach Mittelzuflüssen. In den vergangenen vier Wochen vereinte IBIT sogar etwa 2,23 Milliarden US-Dollar auf sich, in der letzten Woche kamen weitere 212 Millionen US-Dollar hinzu.

Andere große Produkte tun sich weiterhin schwerer: Fidelitys FBTC liegt year-to-date bei etwa -1,13 Milliarden US-Dollar, ARKs ARKB bei rund -193 Millionen US-Dollar. Auch Grayscales GBTC bleibt mit etwa -730 Millionen US-Dollar Abflüssen im roten Bereich. Gleichzeitig gibt es mehrere mittelgroße ETFs, die inzwischen wieder positive Zuflüsse seit Jahresbeginn zeigen – unterm Strich stabilisiert sich das Gesamtbild also deutlich.

Ungewöhnliche Standfestigkeit: Vergleich mit Gold

Balchunas nennt diese Entwicklung bemerkenswert, gerade wegen der Größe der Bitcoin-Korrektur. Seiner Einschätzung nach reicht „ein guter Tag“, damit die gesamte ETF-Gruppe die Year-to-Date-Verluste komplett ausgleicht – und IBIT habe das bereits geschafft. Auffällig sei zudem die Robustheit trotz negativer Schlagzeilen und hoher Volatilität.

Zum Vergleich zieht er Gold heran: Als Gold vor rund zehn Jahren in kurzer Zeit etwa 40 Prozent fiel, habe ungefähr ein Drittel der Anleger das Investment aufgegeben – ein normales Verhalten, so Balchunas. Bei Bitcoin-ETFs sei die Reaktion derzeit „ungewöhnlich“ stabil. Wichtig sei aber auch: Weder Bitcoin noch Gold sollten ausschließlich anhand kurzer Zeiträume bewertet werden, da beide Assets teils unberechenbar reagieren und unterschiedliche Korrelationen zu Aktien aufweisen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei rund 71.322 US-Dollar.