Die US-Börsenaufsicht SEC bewegt sich in der Krypto-Regulierung vorsichtig, aber spürbar: Ein neuer Vorschlag soll eine technische Regel so anpassen, dass sie künftig klarer nur noch für Aktien gilt. Für den Kryptomarkt könnte das ein wichtiges Signal sein – weg davon, digitale Assets automatisch wie klassische (und oft riskante) OTC-Aktien zu behandeln.
SEC will Regel 15c2-11 auf Aktien begrenzen
Am 16. März hat die SEC angekündigt, Exchange Act Rule 15c2-11 enger zu fassen. Diese Regel stammt aus dem Umfeld des außerbörslichen Handels (OTC) und sollte historisch vor allem Manipulation und Betrug bei dünn gehandelten Aktienwerten eindämmen.
Konkret geht es darum, dass die Regel bislang so formuliert war, dass sie theoretisch auch auf andere Wertpapierarten angewendet werden konnte. Die SEC will das ändern und explizit festschreiben, dass Rule 15c2-11 sich nur auf Equity Securities (Aktienwerte) bezieht.
Warum das für Krypto mehr als nur „Papierkram“ ist
Rule 15c2-11 regelt unter anderem, welche Informations- und Prüfungspflichten Broker-Dealer erfüllen müssen, wenn sie im OTC-Markt Kurse veröffentlichen oder einen fortlaufend quotierten Markt für bestimmte Werte aufrechterhalten. Wird die Regel klar auf Aktien begrenzt, wird damit auch deutlicher, wo diese Pflichten enden – und dass sie nicht automatisch auf Krypto übertragen werden sollen.
SEC-Chairman Paul S. Atkins stellte den Schritt als Frage der passenden Regulierung dar: Regeln müssten zur jeweiligen Assetklasse passen. Der Vorschlag solle deshalb Klarheit schaffen und bestätigen, was immer gemeint gewesen sei: Rule 15c2-11 gilt für Aktien.
In der Kryptoszene wird das als kleines, aber wichtiges Umdenken gelesen. Der Kommentator Marty Bent schrieb auf X, die SEC wolle Krypto damit aus OTC-Regeln herausnehmen, die ursprünglich für Penny Stocks und illiquide Aktien gebaut wurden. In seiner Lesart ist das ein Signal: Krypto wird nicht automatisch durch die „Aktien-Brille“ betrachtet, sondern zumindest an dieser Stelle aus alten Strukturen herausgelöst.
Nächste Schritte: Kommentarfrist – und ein Signal an den Markt
Der Vorschlag geht nun in das übliche Verfahren: Veröffentlichung auf SEC.gov und später im Federal Register. Ab dann läuft eine 60-tägige Kommentierungsfrist, in der Öffentlichkeit und Marktteilnehmer Rückmeldungen geben können. Änderungen am Entwurf sind möglich.
Trotzdem ist die Botschaft bereits erkennbar: Die SEC scheint eher bereit, Krypto von der Infrastruktur und Logik klassischer OTC-Aktienmärkte abzugrenzen, statt vorhandene Regeln möglichst weit auf digitale Assets auszudehnen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarkts bei rund 2,51 Billionen US-Dollar.


