Morgan Stanley hält die Nachfrage nach Bitcoin-ETFs für deutlich größer, als es die bisherigen Zahlen vermuten lassen. Laut Amy Oldenburg, Leiterin der Digital-Assets-Strategie bei der US-Bank, steckt die ETF-Adoption trotz des Booms seit 2024 noch in einer frühen Phase – und genau deshalb plant Morgan Stanley weiterhin einen eigenen Bitcoin-ETF.
Warum Morgan Stanley von „früher Phase“ spricht
Oldenburg erklärte beim DC Blockchain Summit, dass der Großteil der ETF-Nachfrage aktuell von selbstentscheidenden Anlegern kommt. Viele Depots, die von Beratern verwaltet werden, hätten bislang noch gar nicht oder nur sehr zurückhaltend in Krypto investiert. Aus ihrer Sicht ist die institutionelle Krypto-Adoption daher weiterhin „sehr früh“.
Besonders deutlich wird das bei den Daten der Bank: Rund 80% der ETF-Nachfrage auf der Morgan-Stanley-Plattform stammen demnach aus dem Self-Directed-Bereich. Gleichzeitig hat die Bank die Zugangsregeln gelockert und erlaubt ihren Wealth-Kunden inzwischen generell Investments in Bitcoin-ETFs. Zudem soll Morgan Stanley Berichten zufolge eine Krypto-Allokation von bis zu 4% als Orientierung ins Spiel gebracht haben.
Später Einstieg – aber mit großer Vertriebsmacht
Dass Morgan Stanley trotz späterem Timing an einem eigenen BTC-ETF arbeitet, passt zu Oldenburgs Einschätzung: Wenn die breite Berater-Welt erst nachzieht, könnte das die nächste große Nachfragewelle auslösen. Die Bank hat zudem auch Anträge bzw. Pläne rund um BTC-, ETH- und SOL-ETFs und will dieses Jahr außerdem Krypto-Trading für Retail-Kunden ausrollen.
Der ETF-Markt ist bereits jetzt riesig: US-Bitcoin-Spot-ETFs kommen laut SoSoValue auf 90,83 Milliarden US‑Dollar an Nettovermögen – das entspricht etwas über 6% der Bitcoin-Marktkapitalisierung. Der größte Fonds ist aktuell BlackRocks Bitcoin-ETF mit rund 55,19 Milliarden US‑Dollar.
Auch Bloomberg-Analyst Eric Balchunas hält den Schritt von Morgan Stanley für strategisch klug: Die Bank verwaltet ein enormes Beratervermögen (mehrere Billionen US‑Dollar) – und wenn Berater künftig stärker in ETFs investieren, könnten eigene, gebrandete Produkte besonders profitieren.
Wer wirklich kauft: Die größten institutionellen ETF-Halter
Ein Blick in Quartalsmeldungen (Q4) zeigt laut dem Analysten „Root“, welche Institutionen bei Bitcoin-ETFs besonders groß dabei sind. In den Top 25 führt demnach die Tradingfirma Jane Street mit Beständen im Wert von rund 5 Milliarden US‑Dollar. Dahinter folgen Susquehanna, Citadel Advisors, Millennium Management und Goldman Sachs.
Interessant: BlackRock selbst liegt in dieser Liste nur auf Rang 15, mit Bitcoin-ETF-Beständen von etwa 670 Millionen US‑Dollar. Gleichzeitig steigt die institutionelle Positionierung weiter: 17 der 25 größten Halter sollen ihre Bestände im vierten Quartal erhöht haben.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei etwa 70.600 US‑Dollar, mit einem Rückgang innerhalb der letzten 24 Stunden.


