Binance-Mitgründer Changpeng „CZ“ Zhao hat beim Blockchain Summit 2026 scharf gegen das ausgeteilt, was er als neue Welle an irreführender Mainstream-Berichterstattung über ihn und Binance bezeichnet. Seiner Ansicht nach beruhen mehrere aktuelle Geschichten auf falschen Annahmen und würden gezielt Angst, Unsicherheit und Zweifel (FUD) rund um Krypto schüren.
CZ: Berichte über Vermögen und Iran-Vorwürfe „komplett daneben“
In einem Interview sagte Zhao, es gehe nicht einfach um kritische Presse, sondern um wiederkehrende Narrative, die bei genauerem Hinsehen nicht stimmten. Als Beispiel nannte er die neue Milliardärs-Rangliste von Forbes: Dort wird sein Vermögen für 2026 auf rund 110 Milliarden US-Dollar geschätzt – angeblich deutlich mehr als im Vorjahr.
Zhao widersprach öffentlich. Er argumentierte, die Rechnung ergebe keinen Sinn, weil die Kryptopreise 2026 bereits stark gefallen seien. Sinngemäß fragte er: Wie könne sein Vermögen steigen, wenn der Markt gleichzeitig deutlich nachgibt?
Noch schwerer wiegen für ihn Berichte zu angeblichen Iran-Bezügen. Zhao reagierte auf Vorwürfe, die unter anderem vom Wall Street Journal aufgegriffen wurden: Er habe kein Interesse daran, illegale Geschäfte oder gar Terrorfinanzierung zu ermöglichen. Er betonte, solche Unterstellungen seien für ihn unverständlich und entbehrten jeder Grundlage.
Hintergrund: Klage gegen das WSJ und politische Nachfragen in den USA
Der Streit eskalierte in den vergangenen Wochen: Binance hat eine Verleumdungsklage eingereicht. Dabei geht es um Berichte, wonach eine interne Untersuchung zu Transfers in Höhe von rund 1 Milliarde US-Dollar mit mutmaßlicher Verbindung zu Iran-nahen Gruppen geführt worden sei. Binance bestreitet zentrale Punkte der Darstellung und wirft dem Medium vor, falsche Schlussfolgerungen gezogen zu haben.
Zusätzlich griff die Debatte auf die Politik über. US-Senator Richard Blumenthal leitete eine erste Prüfung ein und verwies dabei auf Berichte mehrerer US-Medien. In einem öffentlichen Schreiben wurden Vorwürfe genannt, wonach über Mittelsmänner insgesamt bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar über iranisch verknüpfte Konten geflossen sein sollen – auch das weist Binance zurück.
Warum die Vorwürfe besonders brisant sind
Dass die Anschuldigungen große Wirkung entfalten, hängt auch mit der Vorgeschichte zusammen: Binance stand bereits seit Jahren unter besonders strenger Beobachtung. 2023 gab es in den USA ein großes Verfahren, das in einem Schuldbekenntnis des Unternehmens und einer 4,3-Milliarden-Dollar-Einigung wegen Mängeln bei Geldwäsche- und Sanktionsvorschriften mündete. Zhao trat damals als CEO zurück und verbüßte später eine viermonatige Haftstrafe.
Zhao sieht in der aktuellen Berichterstattung dennoch vor allem ein Muster: Medien würden sich auf negative Deutungen stürzen und dabei mit „haltlosen“ Behauptungen arbeiten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Kurs von BNB bei rund 643,49 US-Dollar.


