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Bitcoin-Zoff um BIP-110: Lopp warnt vor Chain-Split

Bitcoin-Zoff um BIP-110: Lopp warnt vor Chain-Split

Der Bitcoin-Entwickler und Sicherheitsforscher Jameson Lopp warnt vor einem neuen Konflikt rund um das Bitcoin-Upgrade BIP-110. In einem Blogbeitrag vom 23. Februar kritisiert er den Vorschlag scharf und hält ihn für so riskant, dass er im Extremfall zu einem Bitcoin-Chain-Split führen könnte. Aus Lopps Sicht geht es dabei nicht nur um Technik, sondern um einen Grundsatzstreit: Wie viel „Spam“ ist im Netzwerk tolerierbar – und wer darf festlegen, was als unerwünschte Nutzung gilt?

Worum es bei BIP-110 geht

BIP-110 ist als Soft Fork konzipiert und wird im Umfeld von Luke Dashjr diskutiert. Ziel ist es, das Einbetten beliebiger Daten in Transaktionen zeitweise stärker einzuschränken. Lopp fasst den Kern so zusammen: Der Vorschlag würde mehrere neue Regeln zur Transaktionsgültigkeit einführen – unter anderem dazu, wo Daten in Transaktionen platziert werden dürfen und welche Script-Verhaltensweisen begrenzt werden.

Unterstützer sehen darin eine Möglichkeit, bestimmte Daten-Transaktionen („Spam“) einzudämmen. Lopp widerspricht: Er bezeichnet BIP-110 als „reckless and doomed to fail“ – also als leichtsinnig und zum Scheitern verurteilt – weil die Nebenwirkungen und das Eskalationspotenzial unterschätzt würden.

Warum Lopp den Aktivierungsplan für gefährlich hält

Der wichtigste Punkt in Lopps Kritik ist weniger der Inhalt der Regeln, sondern wie BIP-110 aktiviert werden soll. Der Entwurf setzt laut Lopp auf einen user-activated soft fork (UASF) mit einer vergleichsweise niedrigen Miner-Signaling-Hürde von 55%. Diese niedrige Schwelle erhöhe das Risiko, dass sich das Ökosystem nicht geschlossen bewegt – und dann zwei konkurrierende Ketten entstehen.

Zusätzlich betont Lopp, dass BIP-110-Nodes nicht-konforme Blöcke hart ablehnen würden. Das verschärfe Koordinationsprobleme, weil es nicht nur um „Policy“ oder Mempool-Filter gehe, sondern um Konsensregeln, die bei Uneinigkeit direkt zu Spaltungen führen können.

Besonders kritisch sieht er die „Pflicht“-Aktivierung zu einer festen Blockhöhe (genannt wird 961.632). Lopp bezeichnet diese Vorgehensweise als unnötig konfrontativ und warnt davor, das Risiko kleinzureden. Selbst wenn UASF-Strategien grundsätzlich legitim sein können, erhöhe dieses Design aus seiner Sicht die Wahrscheinlichkeit eines chaotischen Ausgangs, falls Miner, Börsen, Wallets und Infrastruktur-Anbieter nicht rechtzeitig auf Linie kommen.

Auch den oft bemühten Vergleich mit 2017 hält Lopp für problematisch: Das damalige UASF-Narrativ werde rückblickend überhöht, weil SegWit letztlich über Miner-Signaling aktiviert wurde – der „Härtetest“ eines echten Durchmarschs gegen einen großen Teil der Miner sei so nicht in der Form passiert.

Zu wenig echte Unterstützung – und falsche Signale?

Lopp stellt außerdem infrage, ob BIP-110 tatsächlich breite Unterstützung in der Praxis hat. Node-Zahlen seien als Indikator nur begrenzt aussagekräftig: Man könne Signale günstig erzeugen, Nodes mit wenig Aufwand betreiben, und über Tor ließen sich Adressen „quasi kostenlos“ in großer Zahl erstellen. Er verweist dabei auf Auffälligkeiten wie einen höheren Tor-Anteil bei Knots- und BIP-110-signalisierenden Nodes, was die Aussagekraft von „20% laufen Knots“ relativiere.

Noch deutlicher sei das Bild beim Mining: Zum Zeitpunkt seines Beitrags sei das Miner-Signaling laut Lopp bei null gewesen. Zudem verweist er auf öffentliche Ablehnung durch F2Pool und argumentiert, Miner hätten wenig Anreiz, eine Änderung zu unterstützen, die Gebührenerlöse schmälern könnte.

Unterm Strich liest sich Lopps Beitrag wie eine Warnung: Selbst wenn BIP-110 am Ende nicht aktiviert wird, könne allein der Versuch Kosten verursachen – weil Unternehmen und Betreiber sich auf ein Szenario vorbereiten müssen, das zwar unwahrscheinlich wirkt, im Fall der Fälle aber hohe Schäden durch Koordinationsversagen auslösen könnte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei 62.791 US-Dollar.

Hinweis: Dieser Inhalt wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Anlageempfehlung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden. Bitte informiere dich selbst oder konsultiere eine fachkundige Beratung.