Der Bitcoin-Kurs steckt seit Wochen in einem klaren Abwärtstrend. Zwar gab es zuletzt eine kleine Erholung von rund 2%, doch insgesamt bleibt die Stimmung bearish. Entscheidend ist: Wenn neue Kaufimpulse ausbleiben, könnte der Druck auf den Kurs anhalten. Zwei Faktoren stehen dabei besonders im Fokus: schwankende Zu- und Abflüsse bei Spot-Bitcoin-ETFs und die zunehmende Unsicherheit durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten.
ETF-Abflüsse setzen Bitcoin weiter unter Druck
Seit dem Start der Spot-Bitcoin-ETFs im Jahr 2024 gelten deren Kapitalflüsse als wichtiger Taktgeber für den Markt. Kommt es zu deutlichen Abflüssen, ist das oft ein Signal, dass institutionelle Anleger Risiko reduzieren – etwa durch Gewinnmitnahmen, Umschichtungen oder vorsichtigere Positionierung. Weniger Nachfrage über diese Produkte kann den Bitcoin-Preis entsprechend belasten.
Daten von SoSoValue zeigen, dass es zuletzt mehrere Tage mit spürbaren Nettoabflüssen gab. Besonders auffällig waren die Abgaben rund um den 26. und 27. März: Am Donnerstag wurden etwa 171,22 Mio. US-Dollar abgezogen, am darauffolgenden Tag nochmals 225,48 Mio. US-Dollar. Solche Bewegungen verstärken häufig bestehende Abwärtstrends, weil sie Verkaufsdruck sichtbar machen – und oft weitere Marktteilnehmer verunsichern.
Laut den Zahlen entfiel ein großer Teil der Abflüsse auf BlackRocks IBIT: Dort gingen am Donnerstag rund 41,92 Mio. US-Dollar raus, am Freitag sogar etwa 201,5 Mio. US-Dollar. Auch andere große Produkte wie Fidelitys FBTC und Grayscales GBTC verzeichneten im gleichen Zeitraum Rückgänge.
Inzwischen haben die Spot-Bitcoin-ETFs zwar wieder ins Positive gedreht: Nach zwei Tagen mit Abflüssen kamen zuletzt zusammen über 187 Mio. US-Dollar hinzu. Die kumulierten Zuflüsse liegen damit weiterhin bei rund 56,12 Mrd. US-Dollar. Trotzdem bleibt der Kurs schwach: Bitcoin notiert unter 70.000 US-Dollar und bewegte sich zuletzt knapp über 68.000 US-Dollar. Auf Jahressicht steht laut Bericht zudem ein Minus von ungefähr 40% im Raum.
Geopolitik erhöht die Unsicherheit und die Volatilität
Neben den ETF-Flüssen belastet auch die geopolitische Lage das Marktumfeld. Die anhaltenden Spannungen rund um den Konflikt zwischen den USA und dem Iran wirken sich auf die Risikobereitschaft vieler Anleger aus. Solange kein belastbares Signal der Entspannung erkennbar ist, bleiben riskante Assets wie Kryptowährungen anfälliger für schnelle Kursbewegungen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf den Energiemarkt. Ölpreise gelten in solchen Phasen als wichtiger Indikator für die Nervosität an den Märkten. Steigende Ölpreise können Inflationssorgen schüren und die Stimmung an den Finanzmärkten weiter eintrüben – was wiederum Gegenwind für Bitcoin bedeuten kann.
Worauf Anleger jetzt achten
Für die kurzfristige Kursrichtung dürften vor allem drei Punkte entscheidend bleiben: ETF-Zuflüsse oder neue Abflüsse, die Entwicklung der Ölpreise sowie mögliche diplomatische Fortschritte im Nahen Osten. Solange diese Faktoren keine Entspannung signalisieren und der Markt keine neue Nachfragewelle sieht, könnte Bitcoin weiter unter Druck stehen – auch wenn es zwischendurch immer wieder zu kurzen Erholungen kommt.


