Werbung

Bitcoin über 75.000: Analyst warnt vor Rally-Fakeout

Bitcoin über 75.000: Analyst warnt vor Rally-Fakeout

Bitcoin hat sich zuletzt spürbar erholt und damit bei vielen Anlegern wieder Hoffnung geweckt. Doch nicht alle sehen darin schon die Wende: Ein Analyst warnt, dass das große Bild weiterhin eher nach einem klassischen Bärenmarkt aussieht. Entscheidend ist daher die Frage, ob die aktuelle Aufwärtsbewegung wirklich ein Boden ist – oder nur ein kurzer „Relief-Rally“-Fakeout vor dem nächsten Rücksetzer.

Warum der Ausbruch über 75.000 US-Dollar noch keine Trendwende ist

Der Krypto-Analyst Ardi erklärte in einem Beitrag auf X, dass viele Trader Bitcoin’s Sprung über 75.000 US-Dollar falsch einordnen. Ein Breakout bedeute nicht automatisch, dass der Bärenmarkt vorbei ist. Solche plötzlichen Anstiege seien vielmehr typisch für Abwärtsphasen – sie wirken oft stark, halten aber häufig nicht lange.

Sein Hauptpunkt: In einem übergeordneten Downtrend entstehen durch diese Erholungen oft nur „Lower Highs“ (also niedrigere Hochs). Genau das könne den nächsten Abverkauf sogar vorbereiten, weil nach der Euphorie wieder Verkaufsdruck einsetzt.

Als Vergleich nennt Ardi die Bärenmärkte 2018 und 2022. Dort gab es nach dem jeweiligen Allzeithoch ebenfalls mehrere Erholungsrallyes – laut ihm etwa fünf Stück pro Zyklus. In 2022 waren solche „Spikes“ unter anderem im Januar, April, Juni, August und November zu sehen: Die Kurse stiegen jeweils scharf an, doch der übergeordnete Abwärtstrend blieb intakt, und nach jeder Erholung folgte erneut Druck nach unten.

Die aktuelle Bewegung sei zudem der erste größere Bounce seit rund fünf Monaten – also nichts Ungewöhnliches. Ardi kritisiert außerdem, dass viele Marktteilnehmer nach nur wenigen grünen Kerzen bereits ihre bärische Haltung aufgegeben und Short-Positionen geschlossen hätten. Für ihn wirkt das eher wie eine emotionale Reaktion als wie eine durchdachte Markteinschätzung.

Welche Signale laut Analyst wirklich einen Boden bestätigen würden

Auf die Frage, worauf sich seine eher bärische Sicht stützt, betont Ardi: Das Marktverhalten sei nicht nur durch die populäre Vierjahres-Zyklus-Theorie erklärbar. Bärenmärkte würden auch ohne diese Erzählung existieren – entscheidender seien Marktstruktur und zeitliche Muster.

Er beschreibt ein typisches Muster: Auf mehrere Jahre Aufwärtstrend folgt häufig eine kürzere Phase aus Rückgang oder Seitwärtslauf. Diese dauert seiner Einschätzung nach meist 9 bis 12 Monate und ist eher von geringerer Volatilität und Konsolidierung geprägt. In dieser Zeit entstünden oft erst die Voraussetzungen für eine nachhaltige Trendwende.

Konkret nennt Ardi Kursmarken, die Bitcoin zurückerobern müsste, bevor er von einem bestätigten Boden sprechen würde: Zunächst ein Anstieg über 85.000 US-Dollar. Noch stärker wäre das Signal, wenn BTC 96.000 US-Dollar wieder klar überwindet – und zwar mit mehr als 3% darüber, um echte Dynamik zu zeigen.

Solange mindestens eines dieser Kriterien nicht erfüllt ist, sieht er zu wenig Belege für eine dauerhaft bullische Phase. Seine Kernaussage: Eine einzelne Rally reicht nicht als Beweis für einen Boden – gerade weil es in Bärenmärkten immer wieder kräftige Zwischenanstiege geben kann, ohne dass sich der langfristige Trend wirklich dreht.