Bitcoin zeigt sich trotz der angespannten Lage zwischen den USA und Iran erstaunlich stabil. Ein Analyst blickt nun auf den letzten großen Zyklus zurück und erklärt, woran man erkennen könnte, wann der aktuelle Abwärtstrend endgültig ausläuft.
Rückblick auf das letzte Zyklus-Tief: Erst wenn die Hebel „ausgewaschen“ sind
Der Krypto-Analyst Ardi verweist darauf, dass beim letzten großen Boden nicht nur der Bitcoin-Kurs ein Tief fand. Entscheidend sei gewesen, dass damals auch das Open Interest – also das Interesse an offenen Positionen im Futures-Markt – stark zusammenbrach. Vereinfacht gesagt: Die Hebelpositionen wurden weitgehend liquidiert, spekulative Übertreibung wurde aus dem Markt gespült. Erst danach habe die Phase begonnen, in der langfristige Anleger wieder „am Boden“ akkumulierten.
Für den aktuellen Zyklus bedeutet das laut Ardi: Zwar sei bereits viel Hebel aus dem Markt verschwunden, doch ein echter Boden entstehe historisch oft erst dann, wenn die spekulativen Exzesse fast vollständig abgebaut sind. Aktuelle Marktdaten deuten darauf hin, dass noch immer relativ viel Leverage im System steckt – unter anderem liegt das Open Interest weiterhin deutlich über den Niveaus, die am letzten Zyklus-Tief zu sehen waren.
Geopolitik: Viel Negatives könnte bereits eingepreist sein
Auch zum Konflikt zwischen den USA und Iran äußerte sich Ardi: Auf die Frage, ob die Kriegslage seine Bottom-Analyse verändert, meinte er, der Markt habe einen Großteil der Risiken bereits verarbeitet. Aus seiner Sicht sei die „schlimmste Phase“ für den Kurs aus geopolitischer Perspektive wahrscheinlich schon vorbei.
Passend dazu bewegt sich Bitcoin derzeit in einer engen Spanne. Zwar stieg der Kurs Anfang der Woche bis an die Marke von 70.000 US-Dollar, prallte dort aber an spürbarem Verkaufsdruck ab – ein typisches Verhalten an psychologisch wichtigen Kurszonen.
Ausblick: Neue Chancen auf 75.000 bis 80.000 US-Dollar – wenn der Ausbruch gelingt
Der Analyst Michaël van de Poppe sieht die Chance, dass Bitcoin noch in diesem Monat in Richtung 75.000 bis 80.000 US-Dollar laufen könnte. Er verweist darauf, dass sich BTC trotz Schwankungen oberhalb von 65.000 US-Dollar gehalten hat. Wahrscheinlich seien zunächst einige Tage Konsolidierung – danach könnte ein Ausbruch nach oben folgen, da sich diese Handelsspanne bereits länger etabliert.
Ein weiteres positives Signal kommt aus On-Chain-Beobachtungen: Laut Glassnode-Analyst Chris Beamish lässt der Verkaufsdruck der Langzeit-Halter nach. Die Netto-Veränderung ihrer Positionen deute darauf hin, dass das monatelange Netto-Verkaufen abklingt – ein Hinweis darauf, dass sich der Markt in einer Stabilisierung befindet.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei rund 67.800 US-Dollar und damit leicht im Minus auf 24-Stunden-Sicht.


