Ein langfristig orientierter Bitcoin-Bulle mahnt Anleger, inmitten harter kurzfristiger Marktphasen ruhig zu bleiben und vor allem geduldig sowie strategisch zu handeln.
Warum der Bruch wichtiger Durchschnitte ein Warnsignal ist
Der Marktanalyst Caleb Franzen erläutert in einem Thread auf X, dass langfristiger Optimismus nicht bedeutet, die aktuelle Chartlage zu ignorieren. Seine zentrale Beobachtung: Bitcoin ist im November 2025 bei rund 97.000 US-Dollar unter die sogenannte 2‑Tage‑200‑Moving‑Average-Cloud gefallen. Laut Franzen war ein solcher Bruch in der Vergangenheit häufig der Startschuss für größere Bitcoin-Bärenmärkte.
In seiner Analyse zeigt er, dass der Kurs in Aufwärtstrends meist über wichtigen gleitenden Durchschnitten bleibt – und in längeren Abwärtsphasen darunter. Genau dieses Muster habe sich nun erneut angedeutet.
Zusätzlich verweist Franzen auf die 200‑Wochen‑Moving‑Average‑Cloud, die historisch in Bärenmärkten oft wie ein „Magnet“ wirkt. Diese Zone lag zum Zeitpunkt seiner Auswertung grob zwischen 55.000 und 65.000 US-Dollar. Er erinnert aber auch daran, dass Bitcoin 2022 zeitweise sogar rund 30% unter diese Zone fiel, bevor ein Boden gefunden wurde.
Überträgt man dieses Verhalten auf die aktuelle Situation, hält Franzen Rückgänge von 20% bis 33% unterhalb der 200‑Wochen-Zone für denkbar. Daraus ergeben sich mögliche Zielbereiche zwischen etwa 37.000 und 44.000 US-Dollar. Auffällig: Dieser Bereich liegt nahe am „Long-Term Holder Realized Price“ (dem durchschnittlichen Einstandsniveau langfristiger Halter), der aktuell um 41.700 US-Dollar liegen soll – ein Niveau, das in Bärenphasen häufig angesteuert wurde.
Strategie statt Bauchgefühl: mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten
Franzen betont, dass Bitcoin selbst in starken Bullenmärkten immer wieder 20% bis 30% korrigieren kann. In echten Bärenmärkten können solche Abwärtsbewegungen jedoch deutlich länger dauern – oft nicht nur Wochen, sondern mehrere Quartale.
Wichtig ist ihm dabei: Historische Muster sind für ihn eine Orientierung, aber kein Garant. Sein Ansatz basiert darauf, Wahrscheinlichkeiten abzuwägen, statt sich auf eine einzige Zukunft festzulegen. Wer mental und strategisch auf eine längere Schwächephase vorbereitet ist, trifft laut Franzen seltener emotionale Entscheidungen.
Gleichzeitig warnt er davor, sich zu sehr auf ein bestimmtes Ziel (zum Beispiel einen Retest bei 40.000 US-Dollar) zu versteifen. Denn es könne genauso passieren, dass Bitcoin früher Unterstützung findet und wieder nach oben dreht – und man dann zu lange danebensteht.
Welche Marke für ihn wieder bullisch wäre
Franzen nennt auch klare Bedingungen, unter denen er seine Einschätzung ändern würde. Wenn der Bruch unter die 2‑Tage‑200‑MA‑Cloud im November 2025 das bearishe Signal war, dann wäre ein Rückeroberung dieser Zone das bullische Gegensignal.
Konkret nennt er als „Linie im Sand“ einen Ausbruch zurück über die 2‑Tage‑200‑MA‑Cloud und zusätzlich über die 55‑Wochen‑Moving‑Average‑Cloud – beides liegt laut seiner Darstellung in der Region um 99.000 US-Dollar. Erst bei einem nachhaltigen Zurückerobern dieser Bereiche würde er wieder konstruktiver auf den Markt blicken.


