Mehrere Analysten sehen beim Bitcoin-Dominanz-Chart (BTC.D) Anzeichen für eine mögliche Trendwende. Ihrer Einschätzung nach könnte Bitcoins Anteil an der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung deutlich fallen – mit spürbaren Folgen für Altcoins und die Frage, ob eine neue „Altcoin-Season“ bevorsteht.
Bollinger-Bänder erinnern an 2017: Droht ein schneller Rückgang?
Auslöser der aktuellen Diskussion ist eine Analyse des Traders Cryptoinsightuk auf X. Er verweist auf die wöchentlichen Bollinger-Bänder im BTC.D-Chart, die sich aktuell sichtbar zusammenziehen. Diese „Kompression“ wird in der technischen Analyse oft als Hinweis verstanden, dass ein größerer Ausbruch bevorstehen könnte – allerdings ist die Richtung offen.
Laut Cryptoinsightuk ähnelt das Setup den Bedingungen aus März 2017. Damals folgte auf eine vergleichbare Struktur ein schneller und anhaltender Rückgang der Bitcoin-Dominanz – und im Anschluss eine starke Phase für Altcoins. In seiner Projektion hält er einen Abwärtslauf bis in den Bereich von 30% bis 35% für möglich (als Orientierung nennt er etwa 33,5%).
Was ein Dominanz-Crash bedeuten würde: Kapital wandert in Altcoins
Der Analyst Bird griff die Einschätzung auf und betonte, dass starke Abwärtsbewegungen der Bitcoin-Dominanz historisch häufig mit einer Liquiditätsrotation in Altcoins zusammenfielen. Ein schneller Rückgang der Dominanz bedeutet vereinfacht: In Altcoins fließt mehr Kapital als in Bitcoin – sie gewinnen relativ an Marktanteil.
Bird erwartet, dass bei einem klaren Bruch der Dominanz wichtige Coins wie Ethereum und XRP Marktanteile zurückerobern könnten. XRP sieht er besonders gut positioniert – auch mit Blick auf Entwicklungen rund um Ripples Infrastruktur und Ökosystem.
Gegenargument: Dominanz bleibt oft stabil – wichtiger Bereich um 60%
Allerdings sind Prognosen über einen Dominanz-Einbruch nicht neu. Seit Monaten warten viele Marktteilnehmer auf eine breit angelegte Altcoin-Season – doch bislang hat sich Bitcoins Dominanz in vielen Phasen als erstaunlich robust erwiesen, teils sogar während Kursrückgängen. Ein Grund: Wenn Kapital aus Bitcoin abfließt, fließt es oft gleichzeitig auch aus Altcoins ab.
Aktuell liegt BTC.D bei rund 57,7% (zuletzt etwa -1,34% in 24 Stunden). Entscheidend bleibt laut dem Artikel die Zone um 60%: Ein Ausbruch darüber könnte die bärische These schwächen oder sogar invalidieren – und Bitcoins Marktanteil weiter stützen, möglicherweise bis ins Jahr 2026 hinein.


