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Bhutan bewegt 72 Mio. Dollar in BTC: Mining vorbei?

Bhutan bewegt 72 Mio. Dollar in BTC: Mining vorbei?

Neue Bitcoin-Transfers aus Wallets, die Analysefirmen Bhutan zuordnen, sorgen an den Märkten für Spekulationen: Schürft das Königreich noch selbst BTC – oder verkauft es inzwischen vor allem aus alten Beständen? Auslöser ist eine Serie von Abflüssen, während sichtbare größere Zuflüsse schon lange ausbleiben.

Große BTC-Abflüsse, aber seit über einem Jahr keine klaren Zuflüsse

Laut Arkham haben Bhutan-zugeordnete Adressen zuletzt rund 44,44 Millionen US-Dollar in Bitcoin bewegt. Damit summieren sich die Transfers aus diesen Wallets innerhalb von 24 Stunden auf etwa 72,3 Millionen US-Dollar. Auffällig: Arkham betont, dass der letzte nachvollziehbare Bhutan-Zufluss von mehr als 100.000 US-Dollar bereits über ein Jahr zurückliegt.

Genau dieser Punkt macht die Sache brisant. Wenn die bekannten Wallets keine frischen Mining-Erträge mehr erhalten, liegt der Verdacht nahe, dass die staatlich gestützte Mining-Aktivität deutlich zurückgegangen oder sogar gestoppt sein könnte. Arkham stellt diese Frage offen – auch weil zuletzt wiederholt Coins aus den identifizierten Beständen abfließen.

Muster erinnert an gestaffelte Verkäufe

Die jüngsten Bewegungen passen zudem zu einem Muster, das Arkham schon zuvor beobachtet haben will. Bereits am Vortag wurden demnach 27,8 Millionen US-Dollar in BTC transferiert, in der Woche davor nochmals rund 11 Millionen US-Dollar. Ein Teil soll an eine Adresse gegangen sein, die in der Vergangenheit bei ähnlichen Vorgängen genutzt wurde.

Arkham beschreibt Bhutans Vorgehen als regelmäßige Teilverkäufe in Tranchen von etwa 5 bis 10 Millionen US-Dollar. Eine besonders aktive Phase habe es demnach im Zeitraum Mitte bis Ende September 2025 gegeben.

Warum die On-Chain-Daten nicht endgültig beweisen, dass Bhutan nicht mehr mined

Trotz der auffälligen Signale liefern die Blockchain-Daten keinen eindeutigen Beweis. Bhutans Mining-Aktivitäten waren jahrelang nicht öffentlich bekannt und wurden erst durch Recherchen im Umfeld der Insolvenzen von Celsius und BlockFi breiter thematisiert. Deshalb ist eine naheliegende Gegenhypothese: Das Mining läuft weiter – nur über neue, bislang nicht zugeordnete Wallets. Dass in den bekannten Adressen keine größeren Zuflüsse auftauchen, muss also nicht automatisch bedeuten, dass keine neuen Coins mehr entstehen.

Hinzu kommt ein möglicher Saisoneffekt. Bhutans Mining-Modell hängt stark an Wasserkraft. In den Wintermonaten kann die Stromproduktion wegen geringerer Niederschläge und niedrigerer Wasserstände sinken, während im Sommer häufig Überschüsse entstehen. Ein Rückgang sichtbarer Mining-Zuflüsse könnte daher auch schlicht bedeuten, dass aktuell weniger überschüssige Energie fürs Mining verfügbar ist.

Politisch hatte Bhutan Bitcoin zuletzt eher als strategische Reserve beschrieben, nicht als kurzfristiges Spekulationsobjekt. Umso mehr werfen die aktuellen Abflüsse Fragen auf: Handelt es sich um eine normale Umschichtung – oder um fortgesetzte Monetarisierung eines früher aufgebauten Bestands? Solange keine neuen, klar zuordenbaren Zuflüsse auftauchen oder neue Wallet-Strukturen bekannt werden, bleibt die zentrale Frage offen: Bewegt Bhutan nur Bitcoin – oder produziert es ihn noch?

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei 70.394 US-Dollar.