Ein Token namens „More Gold Coin“ (MGC) flutet das Ethereum-Netzwerk, indem er an tausende Adressen versendet wird. Mittlerweile gibt es über 360.000 Holder, die den Token beherbergen. Dies geht aus Daten hervor, die Etherscan.io ermittelte.

Der Webseite zufolge handelt es sich bei MGC um eine „Multi-Currency Smart Wallet“. Diese unterstützt hochfrequentiertes quantitatives Traden auf „alternativen Tradingsystemen“ (ATS). Offenbar verspricht das Produkt intelligente Blockbewegungen und üppige Trading-Volumina. So werben die Macher des Coins auf der Webseite mit schnellerer Bezahlung, niedrigeren Kosten und einfacherer internationaler Börsenmobilität im Vergleich zu herkömmlichen Wallets.

Dabei ist es weitgehend unklar, wie dieser Token funktioniert. Fest steht jedenfalls, dass der MGC bereits 8,9 Millionen Transaktionen aufweist. Seine Marktkapitalisierung beläuft sich momentan auf etwas über 24 Millionen US-Dollar. Der Preis liegt zu Redaktionsschluss bei 0,0404 US-Dollar. Lanciert wurde der Token offiziell am 26. April 2019.

Sicherheit bietet der MGC angeblich durch „multiple dDOS-Abwehrtechnologien“ und besonders hohe Verschlüsselung. Die Wallet akzeptiert eine Vielzahl an Kryptowährungen von BTC über ETH bis zu XRP. Diese sollen Nutzer in MGC umwandeln und so gleichmäßige Profite erzielen können.

Ist der MGC zu „magic“, um wahr zu sein?

Da das Versprechen eines ultra-leistungsstarken High-Tech Token mit komplizierten und vage ausformulierten technischen Details schnell verdächtig wirkt, vermuten einige Beobachter einen Scam hinter dem „Magic Gold Coin“. Am 21. August publizierte die Infosite ETH Gas Station entsprechende Rechercheergebnisse. ETH Gas Station ist ein Open-Source-Projekt, das sich für Transparenz rund um das Ethereum-Netzwerk einsetzt.

Danach können die Experten zwar nicht mit Sicherheit von einem Scam ausgehen. Das Produkt weist aber gleich mehrere Merkmale auf, die die US-amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde SEC unter Warnsignalen für Schneeballsysteme auflistet. Damit will die Regulierungsbehörde Nutzern und Experten beim Identifizieren von betrügerischen Produkten helfen.

Der MGC Token verspricht seinen Käufern einerseits hohe Investitionsrenditen bei wenig oder keinem Risiko. So seien die digitalen Assets angeblich sogar immun gegenüber Preisschwankungen auf dem Markt. Außerdem werben die Macher mit stetigen Gewinnen und einem täglichen Profit von bis zu 10 Prozent.

Des Weiteren gibt es keine Hinweise darauf, dass MGC bei der SEC registriert ist. Ebenso fanden die Experten keine Lizenzierung oder Registrierung der britischen Unternehmen, die das Projekt betreiben. Weiterhin deuten die mysteriösen und komplexen Strategien des Token auf unlautere Zusammenhänge im Hintergrund hin. Wenn ein Krypto-Unternehmen sein Produkt nicht transparent erklären kann oder will, könnte das nämlich bedeuten, dass es in Wirklichkeit gar kein Konzept gibt.

Zu guter Letzt scheint es für User recht umständlich zu sein, ihre Rendite auf ihr Konto zu übertragen. Insgesamt weist der MGC also zahlreiche „red flags“ auf, die stutzig machen sollten. Potentielle Käufer sollten sich daher ausgiebig über das Produkt informieren, bevor sie Investitionen tätigen.

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