Wer Bitcoin verstanden hat, hat auch Litecoin verstanden. Das liegt an den nur geringfügigen Veränderungen im Vergleich zu Bitcoin, die Charlie Lee – Daddy of Litecoin – im Jahr 2011 vorgenommen hat. Das digitale Silber gilt als eine Art Spielwiese für das digitale Gold. Das hat man besonders gut bei der Implementierung von SegWit beobachten können.

Zuerst lief es bei Litecoin, dann kam die Implementierung auch bei Bitcoin; heute ist es eine Selbstverständlichkeit. Eine Sache, in der Litecoin seinem großen Bruder noch hinterherläuft, ist das Reward-Halving – die Halbierung der Belohnung fürs Mining von Blöcken. Bitcoin hat bereits zwei Halbierungen hinter sich, bei Litecoin steht die zweite Halbierung in etwa 25 Tagen an. Darüber hat Charlie Lee bei Crypto Love gesprochen.

Mining, Belohnung und Obergrenze

Löst man ein kompliziertes Rätsel, bekommt man eine Belohnung. Auf diese Weise entstehen neue Bitcoin bzw. Litecoin. Das ist der Grundgedanke hinter dem Mining. Fest verankert im Quellcode von Bitcoin und Litecoin ist die Halbierung dieser Belohnung nach allen 210.000 Blöcken. Diese Halbierung ist es auch, warum es nie mehr als 21 Millionen BTC bzw. 84 Millionen LTC geben wird. Angefangen bei einer Belohnung von 50 BTC bzw. LTC sind es bei Bitcoin inzwischen „nur“ noch 12,5 BTC. Noch wird man beim Mining von Litecoin mit 25 LTC belohnt. Doch das wird sich in etwa 25 Tagen ändern. Dazu Lee:

Wenn die Belohnung beim Mining halbiert wird, werden einige Miner nicht länger wirtschaftlich operieren können. Infolgedessen schalten sie ihre Rechner aus. Wenn das einem großen Teil der Miner so geht, werden wir vorübergehend etwas länger auf die neuen Blöcke warten müssen. Im Falle von Litecoin dauert das jetzt noch dreieinhalb Tage. Es könnte nun also für sieben Tage langsamere Blöcke geben. Dann wird sich der Schwierigkeitsgrad [für das Lösen der kryptographischen Rätsel] wieder [automatisch] anpassen. Danach wird wieder alles beim Alten sein.

War es schon immer so?

Bisher konnten wir zwei Halbierungen bei Bitcoin beobachten und eine bei Litecoin. Man kann sich nun über diese drei Fallbeispiele den Kopf zerbrechen. Manch einer wird die Zukunft von Litecoin in der Vergangenheit seines großen Bruders erkennen wollen. Andere werden sich auf Kursprognosen einlassen. Charlie Lee hingegen hält wie immer den Ball flach:

Ich habe die letzte Halbierung bei Bitcoin und Litecoin beobachtet – es [der Kurs] folgt keinem einheitlichen Muster […]. Was den Kurs angeht, sollte die Halbierung der Belohnung bereits berücksichtigt sein. Schließlich ist sich dessen jeder seit Anfang an bewusst. Fakt ist jedoch, dass die Leute einen Kursanstieg erwarten. Es kaufen also viele ein, weil sie diesen Kursanstieg erwarten. Das ist eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Gerade weil die Leute einkaufen, geht der Kurs dann nach oben.

Charlie Lee wurde unter anderem durch sein prophetisches Statement zur Kursentwicklung von Litecoin bekannt. Zum Hype Ende 2017 – als der LTC-Kurs jenseits der 200 US-Dollar-Marke lag – hielt Lee es für möglich, dass der Kurs auf 20 US-Dollar fallen könnte. Etwa ein Jahr später erreichte er dann bei 22 US-Dollar den Boden. Neben der Anonymisierung von Litecoin durch das MimbleWimble-Update steht im Oktober 2019 das nächste Litecoin-Summit in Las Vegas an. Auch was Alltagstauglichkeit angeht, sorgte Litecoin mit der Debitkarte BlockCard für positive Presse.

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