Wenn man Dr. Julian Hosp glaubt, könnte Bitcoin könnte in 2020 bis zu 100.000 Dollar wert sein. Diese Behauptung stützt Hosp auf den Stock-to-Flow (SF)-Verhältnis Indikator. Dieser wird im Allgemeinen in den Rohstoffmärkten verwendet. Hosp hat ihn jedoch auf Bitcoin angewendet.

Der SF Indikator misst die Menge eines in den Vorräten (Stock) gehaltenen Vermögenswertes mit seiner jährlichen Produktionsrate (Flow). Insgesamt beschreibt der Indikator das Verhältnis, wie lange es dauern würde, bis der Stock den Flow erreicht hat. Der Indikator wird besonders oft bei Gold angeführt. Die Stock-to-Flow Rate gibt dabei das Verhältnis zwischen der weltweit jährlichen Goldproduktion (flow) zur vorhandenen weltweiten Goldmenge (stock) an.

Gold ist deshalb so wertvoll, weil die jährliche Produktion im Verhältnis zur im Umlauf befindlichen Menge an Gold so gering ist. Hosp erklärte dementsprechend, dass eine höhere Quote besser ist, weil sie auf eine niedrigere Inflation hinweist. Als Beispiel führte er an, dass Gold 62 Jahre gefördert werden müsste, um auf die jetzige weltweite Menge an Gold zu erhalten. Im Vergleich dazu würde Silber etwa 22 Jahre benötigen.

Bitcoin würde momentan etwa 27 Jahre brauchen, um das zirkulierende Angebot von 17,7 Millionen (Stock) bei einer aktuellen Produktionsrate von 657.000 pro Jahr zu erreichen (vorausgesetzt die Produktion würde nicht alle 4 Jahre reduziert). Wichtig zu wissen ist, dass Hosp die Berechnung auf Basis der aktuellen Produktion von 12,5 BTC alle zehn Minuten berechnet hat. Nach dem Halving im nächsten Jahr auf 6,25 BTC wird der jährliche Flow von Bitcoin auf 328.500 BTC reduziert.

Hosp fährt fort und erklärt, dass die Produktion der Schlüsselfaktor für die Bestimmung des Wertes eines Vermögenswertes ist. Am Beispiel von Gold stellt er fest, dass bei Gold typischerweise die Produktion gesteigert wird, wenn die Bergleute höhere Gewinne erwarten, was wiederum das Stock-to-Flow-Verhältnis von Gold erhöht. Unterdessen führt der Anstieg der Minenproduktion Gold in die Phase der Überproduktion, was bedeutet, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt. Infolgedessen sinkt der Goldpreis, macht den Abbau unattraktiv, reduziert die Produktionsrate und treibt schließlich das Stock-to-Flow-Verhältnis nach oben.

Zu Bitcoin sagte Hosp jedoch:

Selbst wenn der Preis steigt, kann man nicht mehr Bitcoin produzieren. Es fließt immer die gleiche Menge, weil es alle zehn Minuten 12,5 Bitcoins sind.

Somit bleibt der Preis der einzige Faktor für die Erhöhung des SF-Wertes von Bitcoin. Mit Blick auf die Zukunft von Bitcoin erklärt Hosp, dass sich mit dem bevorstehenden Halving im Mai 2020 die SF-Ratio auf 54 verdoppeln wird, was sie dem von Gold deutlich näher bringt. Als solches prognostiziert er, dass der Preis von Bitcoin mindestens 100.000 Dollar erreichen wird:

Plötzlich haben wir viel weniger Produktion [….], also muss sich der Preis verdoppeln, um das Verhältnis stabil zu halten. Aber der Preis ist im Moment so viel niedriger als Gold, dass, wenn wir näher an Gold herankommen, der Preis ungefähr auf 100.000 USD, vielleicht sogar 300.000 USD steigen sollte.

Derzeit, so Hosp, müsste der BTC Preis zwischen 8.500 und 9.500 Dollar liegen, wenn der BTC Preis dem SF Indikator folgt.

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