Wie wir bereits gestern berichteten, steht ein komplettes Krypto-Verbot in Indien im Raum, wonach alle Personen, die mit Kryptowährungen handeln, mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren belegt werden können. Dieser Schritt führe laut einem Experten jedoch genau zum gegenteiligen Effekt.

Ein neuer Bericht hatte zum Vorschein gebracht, dass einige Regierungsstellen im Land ein totales Verbot von „Verkauf, Kauf und Ausgabe aller Arten“ von Krypto, inklusive Bitcoin, zu einer Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren Haft für die bestimmungsgemäße Verwendung dieser digitalen Anlageklasse führt. Im Gegensatz dazu hat die Reserve Bank of India (RBI), die Zentralbank des Landes, die Forderung nach einem derartigen Gesetzentwurf zurückgewiesen. Dennoch erwarten einigen führende Politiker des Landes, dass die RBI durch ihre Unterschrift diese Forderung in nationales Gesetz umwandeln könne.

Sollte dies umgesetzt werden, vertritt ein prominenter Venturekapitalist die Ansicht, dass dies genau den gegenteiligen Effekt auslösen würde und das Interesse an Bitcoin und Co. weiter steigern würde. Der Gesetzentwurf würde damit das angestrebte Ziel verfehlen. Eine offene Antwort der Reserve Bank of India an den Blockchain-Anwalt Varun Sethi bestreitet jegliche Kenntnis eines solchen Gesetzentwurfes und beschreibt, dass sie keine Mitteilung der Zentralregierung über dieses Gesetz erhalten hat. Sie führt weiterhin aus, dass sie ein solches Verbot nicht befürwortet. Dennoch wich die RBI weiteren Fragen des Anwalts aus, einschließlich der Frage, ob der Gesetzentwurf ohne die Unterstützung der RBI verabschiedet werden könnte.

Bis heute hat Indien die aufstrebende Finanztechnologie nicht unterstützt und Maßnahmen ergriffen, um das Wachstum der Branche zu verhindern. Ein völliges Verbot von digitalen Währungen war jedoch nicht Gegenstand der aktuellen Diskussion. In Anbetracht der Ablehnung der RBI kann der Bericht nur als Gerücht betrachtet werden, bis die indische Regierung einen solchen Gesetzentwurf herausgibt.

Barry Silbert, Gründer der Digital Currency Goup, führt deutlich aus, dass ein Verbot die Bürger des Landes nur noch verstärkt in den Bitcoin-Handel treiben würde.

Bitcoin ist dezentralisiert, sodass niemand die Kontrolle über das digitale Asset inne hat, keine Regierung dieser Welt. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Regierungen und Banken das potenzielle Risiko erkennen, dass Kryptowährungen für ihre eigene Funktion darstellen. Dennoch bescheinigt ein aktueller Bericht der EZB, dass Bitcoin, Ethereum, XRP und Bitcoin Cash als wertvolle Assets gelten und in keinster Weise das aktuelle Finanzsystem bedrohen.

Der CEO von Binance, Changpeng Zhao, beschreibt, dass diese Entwicklung die Nutzung sogenannter Privacy Coins wie Monero, ZCash und Dash stark unterstützen würde (frei übersetzt):

Diese Gesetzesvorlage in Indien wird die Akzeptanz von Datenschutzmünzen wirklich vorantreiben.

Die genannten Kryptowährungen unterstützen anonyme Transaktionen, sodass auf der Blockchain (fast) nicht nachvollzogen werden kann,  zwischen welchem Absender und Empfänger das digitale Asset bewegt wird. Deswegen sind XMR, ZEC und DASH auch bei Nutzern beliebt, die großen Wert auf Datenschutz und Privatssphäre legen. Es bleibt vorerst abzuwarten, in welche Richtung sich die derzeitige Diskussion in Indien sowie den unmittelbaren Konsequenzen entwickelt.

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