In den letzten Wochen und Monaten gab es viele Gerüchte, die den Bitcoin immer wieder angefacht haben. Er konnte sich weiterhin gut behaupten. Der Kursverlauf der letzten Zeit hat aber immer wieder auch zu hitzigen Debatten geführt. Dabei wurde häufig schon die Frage gestellt, ob der Bitcoin nicht längst auch ein Safe-Haven Asset ist. Doch genau bei diesem Punkt gehen die Meinungen weit auseinander.

Nicht zuletzt die jüngsten politischen Ereignisse im Iran sind es, die immer wieder eine neue Debatte um die Kryptowährung entfachen. Einige Investoren sehen den Bitcoin als das neue digitale Gold, das einen Safe-Haven bietet. Doch wie sicher ist dieser Hafen? Diese Diskussionen gab es schon früher. Nehmen wir Griechenland als Beispiel, als quasi Über-Nacht der Geldzugriff beschränkt wurde. Zudem plant die EU schon seit längerer Zeit, Bargeld abzuschaffen und hätte somit jederzeit einen Zugriff auf den Geldfluss. Der Bitcoin wäre dann durchaus ein Safe-Haven, der dem Investor eine sichere Zugriffsmöglichkeit, unabhängig vom staatlichen Einfluss verleiht.

Beispiel Iran-Konflikt

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Als sich der Iran Konflikt zumindest in den Medien zuspitzte, gingen die Futures der globalen Aktienmärkte nach unten.  Jedoch war gleichzeitig zu beobachten, dass die Kursverläufe für Rohöl, Gold und auch Bitcoin nach oben schossen. Ein besseres Beispiel kann es eigentlich nicht geben. Es zeigt sehr deutlich, dass Investoren die Kryptowährung durchaus als sicheren Hafen betrachten. Der Analyst und Bitcoin Experte Willy Woo sah diese Tage auch als einen erfolgreichen Beta-Test für kommende Kriegszeiten.

Ein Plus von 4,1 Prozent verzeichnete der Coin nur kurz nach dem Raketenangriff. Er stieg von 6.945 US Dollar auf 7.230 US-Dollar. In den letzten Tagen schaffte er es sogar wieder, die 8.000 US Dollar Marke zu durchbrechen.  Dazu war gut zu beobachten, wie die globalen Aktienmärkte mit (hohen) Verlusten zu kämpfen hatten. Der Bitcoin ist also wesentlich mehr als ein reines Spekulationsobjekt. Während ihn Kritiker als das bezeichnen, andere ihre Bitcoins in Online Casinos investieren, scheint die Gruppe derjenigen größer zu werden, die den Coin als sicheren Hafen betrachten. Als Safe Haven in unruhigen Zeiten oder bei den künftig nahenden Kriegen, aber auch als alternative Absicherung gegen eine Inflation, die nicht nur beim Krieg entsteht, sondern auch bei Katastrophen zu beobachten ist.

Generell zeigt sich nicht nur im Nahen Osten eine Unruhe, die schnell außer Kontrolle geraten könnte. Genau das aber schürt die Nachfrage beim Bitcoin und könnte ihn so wieder beleben. Generell ist es ja immer so, dass Safe-Haven-Assets dann bevorzugt werden, wenn die Volatilität an den Aktienmärkten steigt. Der Transfer von Aktien zu sicheren Häfen ist dann eine logische Konsequenz, wie zu Staatsanleihen, Gold und nun im jüngsten Beispiel auch in den Bitcoin erfolgt.

Meinungen gehen auseinander

Wie sicher ist der Bitcoin als Safe-Haven? Oder ist der Coin nicht vielmehr weiterhin ein Risiko-Asset? Zu beobachten war in den letzten Zeit eine auffällige  Korrelation zu Gold. Kritiker betrachten diese allerdings als recht schwach. Der bekannte Analyst Ryan Selkis bringt es sogar noch heftiger auf den Punkt. Er betrachtet den Bitcoin als ein Risiko-Investment, das in Krisenzeiten umgehend liquidiert werden sollte. Aber dagegen sprechen zumindest augenblicklich die Kursauschläge nach dem Raketenangriff. Andernfalls ließe sich aber auch darstellen, dass die meisten Investoren mit einem kurzen verbalen Kräftemessen gerechnet hatten und es klar war, das jetzt noch kein Krieg anstehen würde.

Klar ist, als Safe-Haven ist die Kryptowährung natürlich nicht mit Gold zu vergleichen. Das Risiko beim Bitcoin ist deutlich höher und nicht vorhersagbar. Die letzten Tage und Wochen zeigten aber auch, wie weit die Meinungen auseinander gehen können.