Nachdem Bitcoin und so gut wie alle Altcoins in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober gefallen waren, hat die Bitcoin-Börse Bitfinex kurzerhand alle Fiat-Einzahlungen blockiert. Das kann Zufall sein, wirft aber in Angesicht der Ereignisse in letzter Zeit kein gutes Licht auf die Exchange.

Bitcoin-Trader könnten sich angesichts des aktuellen Falls beim Bitcoin-Kurs denken: Schnell den Dip kaufen, bevor es wieder nach oben geht. Das mag möglich sein, jedoch nicht mit Bitfinex.

Denn wie The Block berichtet, kann man dort seit heute Morgen keine Einzahlungen mit Fiatwährungen mehr tätigen:

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man – sofern man keine Fiatrücklagen auf der Exchange hat – auch keine Kryptowährungen auf der Börse kaufen kann. Das mag Zufall sein. Es wirft jedoch im Rückblick auf die Geschehnisse bei der Exchange kein gutes Licht auf die Börse.

Wie BTC-ECHO ausführlich berichtete, kam in letzter Zeit der Verdacht auf, dass Bitfinex pleite geht oder das schon ist. Hinzu kommt, dass die Moderatoren auf Reddit zunehmend zensieren. (In aller Ausführlichkeit steht das hier).

Bitcoin-Börse Bitfinex zensiert weiter

Seit unserem letzten Bericht kamen wieder vermehrt Beschwerden von Nutzern auf, die das Moderatorenteam großzügig löschte. Hier eine Auswahl:

Der erste der gelöschten Posts führt zu diesem Twitter-Post:

Dieser berichtet letztlich darüber, dass alle Fiat-Einzahlungen auf Bitfinex derzeit blockiert sind. Die weiteren Einträge drehen sich um Probleme, die bei BitFinex auftreten.

Hinzu kommt, dass einige Einträge auf der Plattform Medium gelöscht worden sind. Dazu gehört zum einen das Statement von BitFinex, dass sie nicht insolvent seien. Zum anderen zählen jene Posts des Nutzers “proof of research” dazu, der die Börse offen anzweifelte.

Eine weitere gelöschte Nachricht lässt Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Bitcoin-Börse aufkommen. Diese erwähnt, dass eine größere Menge von Tether von der Börse abgezogen worden sei – eine Nachricht, über die auch an anderer Stelle berichtet wird, die wir aber bisher nicht bestätigen können. Hierbei soll es um die staatliche Menge von 110 Millionen Tether gehen.

Fazit

Zugegeben: Bisher bewegen wir uns hier auf einem äußerst spekulativen Boden. Sicher beweisen lassen sich die Vorwürfe gegenüber BitFinex bisher nicht. Eine gute Figur gibt die Exchange jedoch in keinem Fall ab. Dass die Bitcoin-Börse gerade jetzt in solche Schwierigkeiten gerät, ist für Kunden ein denkbar schlechtes Timing. Hinzu kommt das hohe Zensuraufkommen, das keiner vorbildlichen Konfliktlösung entspricht.

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er sammelte während des Studiums mehrjährige Redaktionserfahrung und war danach als freiberuflicher Journalist tätig, bevor er im Januar 2018 begann, als Redakteur bei BTC-ECHO zu arbeiten. Phillip hat einen Master in Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften, für den er an der Uni Konstanz und an der Universidad de Valparaíso studierte.