Michael Ford, bekannt als „fanquake“, ist von den Bitcoin Core Enwicklern als neuestes Mitglied der Code Maintainer von Bitcoin Core bestimmt wurden. 

In Abwesenheit des Schöpfers von Bitcoin, Satoshi Nakamoto, liegt die Verantwortung für die nachhaltige Pflege des Software-Codes von Bitcoin Core und ihrer Open-Source-Projekte bei den Core Entwicklern. Das CoreDev-Meeting ist ein halbjährliches Treffen von Bitcoin Core Entwicklern, die über die ganze Welt verteilt sind. Es gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, mit anderen Mitwirkenden persönlich zu interagieren, die ansonsten nur online chatten. Das letzte CoreDev-Meeting fand vom 5. bis 7. Juni in Amsterdam statt.

Die Entscheidung, Michael Ford zum neuesten Core Code Maintainer zu ernennen, wurde auf jenem CoreDev Meeting getroffen, wie das Protokoll des Meetings zeigt. Nach der Nominierung wurde der Schlüssel von Ford in die Datei „Trusted Keys List“ auf GitHub aufgenommen, so dass er Updates und Änderungen in den Code von Bitcoin einfügen kann. Auf Github schrieb Ford:

Ich werde einen Merge-Zugang erhalten und mit allen Triage-/Repo-Management-Arbeiten fortfahren. Ich werde mich in erster Linie auf die Entwicklung von Build-Systemen konzentrieren, unter Anleitung von theuni [Cory Fields].

Ford ist auf Github unter dem Namen „Fanquake“ bekannt und wird der fünfte Bitcoin Code Maintainer sein, der sich den bestehenden vier anschließen wird, nämlich Wladimir van Der Laan, Jonas Schnelli, Marco Falke und Samuel Dobson.

Es wird oft angenommen, dass ein Core Code Maintainer ein Leiter des Projekts ist, was bei weitem nicht der Fall ist. Core Code Maintainer haben zwar einen Einfluss und tragen große Verantwortung. Dennoch sind sie keine Leiter und Entscheider. Sie sind lediglich dafür verantwortlich, sobald die Überprüfung neuer Code-Änderung durch die Bitcoin Core Entwickler-Gemeinschaft abgeschlossen wurde, den Prozess zu leiten, um die neuen Code-Schnipsel in den bestehenden zu integrieren („Merge“).

Neue Theorie zu Satoshi Nakamoto

Eine neue Theorie über Satoshi Nakamotos Identität macht derzeit Wellen. Wie „Reason“ schreibt, könnte der berühmte Science-Fiction-Autor Neal Stephenson starke Verbindungen bzw. Einflüsse auf Bitcoin gehabt haben.

Peter Suderman, der Redakteur der Features bei Reason, geht davon aus, dass Stephenson Nakamoto sein könnte, da er in seinen Schriften vor der Gründung von Bitcoin detaillierte Beschreibungen der kryptografischen Technologie gefunden hat. Stephenson schrieb „The Diamond Age: Or, a Young Lady’s Illustrated Primer“ aus dem Jahr 1995, die ein Peer-to-Peer-System beschreibt, das vertrauliche Kommunikation mit Strom versorgen und Geld bewegen kann. Dem Roman zufolge war das System so mächtig, dass es eine neue Weltordnung und den Sturz von Regierungen auslöste, die das Einkommen ihrer Bürger nicht mehr verfolgen und Steuern einziehen konnten.

Suderman selbst sagt, dass seine Theorie eine „seltsame Möglichkeit“ ist:

Seit fast drei Jahrzehnten zeigen Stephensons Romane eine obsessive, technisch kluge Faszination für Kryptographie, digitale Währung, die soziale und technologische Infrastruktur einer Welt nach der Regierung. […] Natürlich ist Stephenson bei weitem nicht die einzige Person, die von diesen Themen besessen ist. Sein Frühwerk war stark beeinflusst von den Cypherpunks, einer Koalition von Hackertechnologen, die von Kryptographie, verteilten Informationsplattformen und Science Fiction besessen sind. (Der Titel Cryptonomicon wurde teilweise durch das Cyphernomicon inspiriert, eine Cypherpunk FAQ.) Es ist möglich, dass er einfach aus dem gleichen Pool von Ideen und Einflüssen schöpft, der schließlich zur Gründung von Bitcoin führte.

Suderman argumentiert letztlich, dass Stephensons Arbeit wahrscheinlich die Entwicklung von Bitcoin und anderen wichtigen Technologien beeinflusst hat, auch wenn er nicht Nakamoto ist:

Stephenson beschrieb mit anderen Worten die Kernkonzepte der Kryptowährung, Jahre bevor Bitcoin zur technischen Realität wurde. Als absolutes Minimum können Sie sicher sein, dass er viel Zeit damit verbracht hat, über diese Konzepte und die damit verbundenen technischen Herausforderungen nachzudenken. Auch wenn Stephenson keine direkte Rolle bei der Erschaffung von Bitcoin spielte, ist es schwer vorstellbar, dass seine Schöpfer sich seines Schreibens nicht bewusst waren und wahrscheinlich stark von ihm beeinflusst wurden.

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