In Washington spitzt sich der Streit um neue Krypto-Gesetze zu: Laut Dennis Porter, Gründer und CEO des Satoshi Action Fund, bereitet die US-Bankenbranche eine massive Lobby-Offensive vor. Banken könnten mehr als 100 Millionen US-Dollar einsetzen, um geplante Regeln für Stablecoins und die Marktstruktur von Krypto auszubremsen.
Banks vs. Krypto: Eine Lobby-Schlacht um Stablecoins
Porter erklärte in einem Interview, der Konflikt drehe sich inzwischen weniger darum, ob Krypto reguliert wird, sondern zu wessen Bedingungen. Zwar habe Präsident Donald Trump öffentlich signalisiert, dass er den Stablecoin-Entwurf GENIUS Act in seiner aktuellen Form unterstützt. Doch das löse nicht den grundlegenden Streit mit den Banken.
Ein zentraler Punkt: Banken sehen Stablecoins und bestimmte Rewards- und Anreizprogramme als Gefahr, weil dadurch Einlagen abwandern könnten. Porter warnt, dass die Bankenlobby mit einem neunstelligen Budget gezielt versuchen könnte, Abgeordnete von Krypto-freundlichen Positionen abzubringen – ähnlich groß wie die Summen, die die Krypto-Seite über politische Netzwerke mobilisiert.
Warum die Chancen für neue Krypto-Regeln gerade sinken
Porter zeichnet ein schwierigeres Umfeld für die Branche. Er sagt, viele Demokraten seien vorsichtiger geworden – unter anderem, weil die Beteiligung der Trump-Familie an Krypto-Projekten Ethikfragen aufwerfe. Das könne es politisch schwerer machen, Mehrheiten für neue Gesetze zu organisieren.
Zusätzlich sei ein großes „Market-Structure“-Paket deutlich komplexer als reine Stablecoin-Regeln. Es geht dabei nicht nur um die Abgrenzung Wertpapier vs. Rohstoff, sondern auch um Themen wie DeFi, illegale Finanzströme, Ethik-Klauseln und sogar die Rolle der Behörden wie der CFTC. Porter meint: Je breiter das Paket, desto mehr Angriffspunkte gibt es – und desto wahrscheinlicher sind Verzögerungen, zumal andere Themen im Kongress aktuell Vorrang haben.
„Krypto ist nicht beliebt“: Das Problem mit Vertrauen und Einfluss
Besonders heikel wird es laut Porter, wenn Banken und Krypto-Unternehmen offen gegeneinander lobbyieren. Dann könnten nicht nur Demokraten, sondern sogar einzelne Republikaner abspringen – und im Senat sei die Lage ohnehin sehr knapp.
Banken hätten dabei einen strukturellen Vorteil: Sie verfügen über lokale Präsenz mit Filialen, Arbeitsplätzen und langjährigen Beziehungen in den Wahlkreisen. Krypto dagegen leide derzeit unter einem massiven Vertrauensproblem. Porter sagt, das öffentliche Vertrauen sei auf einem Tiefpunkt – und genau das schwäche die Branche in der politischen Debatte.
Sein Argument: Gerade klare Marktregeln könnten dazu beitragen, Betrug und „Schrott“ aus dem Sektor zu drängen. Doch solange Politiker keinen klaren Nutzen für Verbraucher und Wähler sehen, bleibt der Widerstand mächtiger Interessengruppen hoch. Beim Timing zeigt sich Porter zurückhaltend: Mit Blick auf die Midterms würden die Chancen zwar sinken, aber ein Abschluss sei nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

