In den USA wird wieder darüber diskutiert, wie sich Bitcoin im Alltag nutzen lässt, ohne dass bei jeder kleinen Zahlung sofort Steuern fällig werden. Senatorin Cynthia Lummis sagt, genau dieses Problem bremse Bitcoin als echtes Zahlungsmittel aus.
De-minimis-Regel: Bis zu 300 US-Dollar im Gespräch
Lummis erklärte in der CNBC-Sendung „Squawk Box“, dass sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat an einer sogenannten De-minimis-Ausnahme gearbeitet wird. Dabei geht es um eine Bagatellgrenze, unterhalb derer Zahlungen mit Bitcoin nicht automatisch eine Steuerpflicht auslösen sollen.
Der Betrag, der aktuell diskutiert wird, liege laut Lummis bei rund 300 US-Dollar. Zuständig für diese Überlegungen sind demnach unter anderem der House Ways and Means Committee und der Senate Finance Committee, also die zentralen Steuerausschüsse im Kongress.
Der Kern des Problems: Zahlung oder Verkauf?
Nach Ansicht von Lummis ist die reine Festlegung einer Bagatellgrenze aber nur ein Teil der Lösung. Das größere Thema sei die Frage, wie der Gesetzgeber unterscheiden soll zwischen:
1) dem Verkauf von Bitcoin als Investment (mit möglicher Kapitalertragsteuer) und
2) der Nutzung von Bitcoin als Zahlungsmittel (wie beim Bezahlen mit US-Dollar).
Der Hintergrund: Nach der aktuellen Logik kann bereits das Ausgeben von Bitcoin, der seit dem Kauf im Wert gestiegen ist, als steuerpflichtiges Ereignis gelten. Selbst wenn es wirtschaftlich nur wie ein normaler Einkauf wirkt, kann eine Kapitalertragsteuer anfallen. Für viele Krypto-Befürworter ist das einer der Hauptgründe, warum Bitcoin in den USA bislang nur schwer „sauber“ als alltägliche Zahlungsinfrastruktur funktioniert.
Kein fertiger Plan – aber politischer Druck wächst
In dem Interview wurde auch deutlich, dass Lummis das Thema nicht als kleine Krypto-Sonderregel sieht, sondern als grundsätzliche Unstimmigkeit im Steuersystem. Als der Moderator anmerkte, dass man dann konsequenterweise beim US-Dollar wegen der Inflation eigentlich ebenfalls regelmäßig Verluste ansetzen müsste, stimmte Lummis dem Vergleich zu: Der Dollar verliere „by design“ Jahr für Jahr an Kaufkraft.
Einen konkreten Gesetzesweg oder eine bereits erzielte Einigung nannte Lummis jedoch nicht. Klar ist nur: Im Kongress laufen Gespräche – und eine einfache Bitcoin-Zahlung ohne Steuerkompliken bleibt vorerst ein politisches Baustellenthema.
Zum Zeitpunkt der Aussagen lag der Bitcoin-Kurs bei 70.786 US-Dollar.


