Der Milliardär und Investor Chamath Palihapitiya hält Bitcoin für an einer Grenze angekommen: Aus seiner Sicht fehlen dem Netzwerk entscheidende Eigenschaften, um jemals ein echter Reserve-Asset für Zentralbanken zu werden. Genau diese staatliche Adoption wäre seiner Meinung nach aber der „Missing Link“, der Bitcoins Marktkapitalisierung in der nächsten Phase deutlich vergrößern könnte.
Chamaths Kernthese: Ohne Zentralbanken kein nächster großer Sprung
In einem Gespräch am 3. März erklärte Palihapitiya, die wichtigste Frage für den langfristigen Wert von Bitcoin sei nicht, wie groß die Nachfrage von Privatanlegern oder über ETFs ist. Entscheidend sei vielmehr, ob Bitcoin die Anforderungen erfüllt, die Zentralbanken an Reservewerte stellen.
Nach seiner Einschätzung scheitert Bitcoin dabei an zwei Punkten: Fungibilität und Privatsphäre. Weil alle Transaktionen öffentlich nachvollziehbar sind, könne man die „Historie“ einzelner Coins prüfen – also Herkunft und frühere Nutzung. Das schade der Fungibilität, weil ein Coin theoretisch anders behandelt werden könnte als ein anderer, wenn seine Vorgeschichte bekannt ist.
Palihapitiya folgert daraus: Bitcoin werde daher nie zu einer strukturellen Zentralbank-Reserve. Stattdessen bleibe BTC vor allem ein Asset für Menschen und Anlageprodukte wie ETFs – und unterscheidet sich damit aus seiner Sicht von Gold, das traditionell als Reserve gehalten wird.
Widerspruch aus der Bitcoin-Community
Auf X kam schnell Gegenwind. Autor Vijay Boyapati hielt dagegen, dass Gold in der Praxis oft weniger „privat“ sei als Bitcoin: Viele Länder lagern ihr Gold etwa bei der New Yorker Fed, die damit genaue Einblicke habe – und sogar die physische Kontrolle, was geopolitische Risiken berge.
Bitcoin-Experte Dan Held wies die Fungibilitäts-Kritik zurück und nannte Bitcoin „perfekt fungibel“, da es am Markt keinen Preisabschlag für bestimmte Coins gebe. Beim Thema Privatsphäre argumentierte er, dass Lösungen auch über zweite Schichten (L2) oder über ETFs möglich seien.
ProCap-CIO Jeff Park drehte die Kritik grundsätzlich um: Nicht mehr Intransparenz sei nötig, sondern radikale Transparenz, um Vertrauen in ein angeschlagenes Finanzsystem zurückzugewinnen. Und Bloomberg-Analyst Eric Balchunas brachte es besonders knapp auf den Punkt: „ETF löst das. Total privat.“
Marktstand: Bitcoin bleibt stabil auf hohem Niveau
Zwar dreht sich die Debatte um langfristige Strukturfragen, doch kurzfristig zeigte sich der Markt unbeeindruckt: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag Bitcoin bei 72.493 US-Dollar.


