Während der Bitcoin-Kurs zuletzt weiter nachgegeben hat, deuten On-Chain-Daten darauf hin, dass im Hintergrund wieder deutlich mehr akkumuliert wird. Trotz monatelanger Schwäche und kräftiger Abverkäufe nutzen einige Marktteilnehmer die aktuelle Korrektur offenbar, um Positionen auszubauen. Gleichzeitig stellt sich für viele die Frage, ob das bereits ein Signal für eine Rückkehr in den Markt sein könnte.
On-Chain-Daten: „Altes Angebot“ steigt um 188.000 BTC
Bitcoin ist in den vergangenen Handelssitzungen weiter gefallen und zeitweise unter 64.000 US-Dollar gerutscht. Mehrere Unterstützungszonen konnten nicht gehalten werden, was die Erholung immer wieder ausgebremst hat.
Doch unter der Oberfläche zeigt sich ein anderes Bild: Daten von Glassnode weisen darauf hin, dass das sogenannte „Old Supply“ – also BTC, die seit mindestens sechs Monaten nicht bewegt wurden – in den letzten drei Wochen um 188.000 BTC zugenommen hat. Zum aktuellen Kurs entspricht das einem Gegenwert von rund 12,75 Milliarden US-Dollar.
Diese Entwicklung wird häufig so interpretiert, dass erfahrenere Anleger eher halten und aufbauen, statt in die Schwäche hinein zu verkaufen. Parallel dazu wurden erneut größere Abflüsse von Börsen beobachtet: Whale Alert berichtete zuletzt über eine Transaktion im Umfang von mehr als 266 Millionen US-Dollar in BTC, die von einer Exchange abgezogen wurden.
Zusätzliche Nachfrage: Milliarden-Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs
Auch an anderer Stelle steigt die Nachfrage: Laut SoSoValue verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs zwischen dem 24. und 26. Februar zusammen Nettozuflüsse von rund 1,02 Milliarden US-Dollar. Solche Zuflüsse gelten als Hinweis darauf, dass Kapital wieder stärker in den Markt fließt – oft mit dem Ziel, sich vor einer möglichen Erholung zu positionieren.
Willy Woo: Verkaufsdruck lässt nach – aber Erholung könnte zunächst scheitern
Der bekannte Analyst Willy Woo sieht zwar Anzeichen dafür, dass der jüngste Verkaufsdruck nachlässt, warnt aber vor zu viel Optimismus. Seiner Einschätzung nach könnte Bitcoin zunächst in eine längere Phase der Schwäche übergehen und etwa einen Monat eher seitwärts laufen.
Kurzfristig hält Woo eine Erholung in Richtung mittlere 70.000 US-Dollar für möglich, geht aber davon aus, dass ein solcher Anstieg wahrscheinlich wieder abverkauft wird. Als Grund nennt er eine schwächelnde Liquidität – sowohl am Spot- als auch am Futures-Markt. Er betont, er habe selten gesehen, dass Bitcoin nachhaltig steigt, wenn beide Liquiditätsquellen gleichzeitig bearish laufen.
Mit Blick nach vorn erwartet Woo einen möglichen Wendepunkt erst in Q4 2026. Eine Rückkehr stärkerer bullischer Dynamik sieht er eher in Q1 oder Q2 2027. Bei den möglichen Tiefpunkten nennt er 45.000 US-Dollar als potenzielles Bear-Market-Bottom. Sollte sich das makroökonomische Umfeld deutlich verschlechtern, sieht er 30.000 US-Dollar als nächste wichtige Unterstützung – und 16.000 US-Dollar als entscheidende „letzte Verteidigungslinie“, um den langfristigen Bullenmarkt nicht zu gefährden.


