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STRC treibt Strategy-Bitcoin-Käufe – doch Risiko oft verkannt

STRC treibt Strategy-Bitcoin-Käufe – doch Risiko oft verkannt

NYDIG sieht in Strategy (ehemals MicroStrategy) aktuell einen neuen, spürbaren Treiber für zusätzliche Bitcoin-Nachfrage: die rasant wachsende Ausgabe der Vorzugsaktie STRC. In einer Research-Notiz vom 20. März erklärt das Unternehmen jedoch, dass viele Anleger dieses Konstrukt falsch einordnen – und dadurch Chancen und Risiken unterschätzen.

Warum STRC laut NYDIG kein „normales“ Aktien- oder Kreditprodukt ist

Strategy finanziert seine jüngsten Bitcoin-Käufe laut NYDIG immer häufiger über Vorzugsaktien statt über die Instrumente, die Investoren typischerweise mit der Firma verbinden. Allein in der vergangenen Woche seien etwa 1,2 Milliarden US-Dollar an STRC emittiert worden. Damit liege das ausstehende STRC-Volumen bei etwas über 5 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit weiteren rund 5 Milliarden US-Dollar an Vorzugsaktien kommt Strategy laut NYDIG inzwischen auf einen Preferred-Stack von über 10 Milliarden US-Dollar – und der übertrifft damit die Bedeutung der Wandelanleihen in der Kapitalstruktur.

NYDIG betont: STRC (und ähnliche Konstrukte wie Strive’s SATA) seien weder klassische Anleihe noch gewöhnliche Aktie. Sie stehen in der Rangfolge zwar unterhalb von Schulden, aber oberhalb der Stammaktie, sind meist unbesichert, bieten variable, vollständig freiwillige Dividenden und nur begrenzte Mitspracherechte. Entscheidend sei außerdem, dass Emittenten aktiv versuchen, den Kurs nahe am Nennwert (oft um 100 US-Dollar) zu stabilisieren – über Kommunikation, Dividendenpolitik und gegebenenfalls Anpassungen der Dividendenrate.

Das „Bitcoin-Flywheel“: So entsteht der Reflexkreislauf

Im Kern beschreibt NYDIG ein System, das weniger von operativen Gewinnen lebt, sondern von Zugang zu Kapitalmärkten und Vertrauen. Die Vorzugsaktien seien nicht darauf ausgelegt, aus Unternehmensgewinnen „bedient“ zu werden. Stattdessen funktionierten sie als Kapitalmarkt-Finanzierungsprodukte, bei denen die Bilanz – gestützt durch die Bitcoin-Reserven – die fortlaufende Ausgabe neuer Papiere ermöglichen soll. Klassische Kennzahlen wie Zinsdeckungsgrad oder EBIT-Relationen seien deshalb nur begrenzt aussagekräftig.

Der Flywheel-Effekt entsteht, wenn STRC nahe am Nennwert gehandelt wird. Dann kann Strategy effizient Geld aufnehmen, damit Bitcoin kaufen und so die Asset-Basis vergrößern. Laut NYDIG stärkt das wiederum das Vertrauen, was weitere Emissionen erleichtert. Zusätzlich gilt: Wenn die Stammaktie über dem Nettoinventarwert (NAV) notiert, kann auch eine Aktienausgabe „akkretiv“ sein – also den Bitcoin-Anteil pro Aktie erhöhen – und den Kreislauf weiter antreiben.

Was passiert, wenn das Vertrauen kippt?

NYDIG widerspricht der verbreiteten Annahme, ein Bitcoin-Kursrutsch müsse automatisch zu Zwangsverkäufen führen. Bei Strategy seien Schulden oft unbesichert und hätten nur begrenzte Covenants. Ein Default werde in der Regel durch Zahlungsausfall oder Insolvenz ausgelöst – nicht durch reine Marktwertverluste. Ähnlich gebe es auch bei der Vorzugsaktien-Schicht keine harten Mechanismen, die direkt an den Bitcoin-Preis oder bestimmte Deckungsquoten gekoppelt sind. Dennoch tragen Preferred-Halter Risiken, weil vieles von Management-Entscheidungen abhängt und sie im Rang nachgeordnet sind.

Genauso wichtig: Der Mechanismus ist laut NYDIG nicht dauerhaft garantiert. Fällt Bitcoin deutlich, schwächelt das Vertrauen oder rutschen Vorzugsaktien unter pari, wird neue Finanzierung teurer oder unattraktiv – der Kreislauf kann dann ins Stocken geraten, ohne dass sofort eine Insolvenz droht. Die Anpassung würde sich eher in der Preferred-Schicht zeigen, etwa durch aufgeschobene Dividenden, geänderte Konditionen oder stärkere Verwässerung durch neue Ansprüche.

NYDIG vergleicht STRC zudem mit einer Optionslogik: Wer STRC hält, nehme indirekt eine Position ein, die einem „Short Put“ auf die Bitcoin-Deckung ähnelt – man kassiert Rendite, trägt aber das Risiko, dass bei schwächerem Bitcoin die Sicherheitsmarge sinkt. Anders als bei einer Standardoption gebe es jedoch keinen festen Strike und keine feste Laufzeit; vieles hängt von Marktstimmung und Management ab.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag Bitcoin bei 70.885 US-Dollar.